Auf den Spuren der Fichtenauer Mühlen

Wussten Sie, dass es in den Fichtenauer Teilorten einst mindestens 16 Mühlen gab? Diese spannende Entdeckung aus unseren „Fichtenauer Momenten im Rückblick“ hat uns dazu inspiriert, einen Mühlenwandertag zu veranstalten – ein besonderes Ereignis, das großen Anklang fand.
Auch wenn der Mühlenwandertag einmalig war, können Sie die Mühlenroute weiterhin jederzeit erkunden. Entlang der Strecke erwarten Sie historische Standorte, idyllische Landschaften und viele Spuren der Fichtenauer Mühlengeschichte.
Unterwegs laden verschiedene Einkehrmöglichkeiten in den Teilorten zum Verweilen ein – ideal für eine kleine Pause mit Kaffee, Kuchen oder einer herzhaften Stärkung.
Bitte beachten Sie: Bei den bestehenden Mühlen finden keine Führungen statt.
Machen Sie sich selbst auf den Weg – entdecken Sie die faszinierende Geschichte der Fichtenauer Mühlen!
Ihr Organisationsteam
Flyer mit Wanderkarte
Flyer mit Karte zur Mühlenroute hier als PDF-Datei zum Download (PDF-Datei).
Mühlenroute – Radeln durch Geschichte und Natur

Eine einzigartige Radtour auf den Spuren historischer Mühlen!
- Streckenlänge: 23,5 km
- Zeitbedarf: 1,40 Stunden
- Steigungen: 161 hm
Highlights:
Unsere Mühlenroute führt Sie auf idyllischen Wegen durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an malerischen Bächen, Wäldern und Feldern – und vor allem entlang einer faszinierenden Reihe von 16 Mühlenstandorten. Entdecken Sie auf Ihrer Tour sowohl noch bestehende als auch längst vergangene Mühlen, deren Geschichten bis heute weiterleben.
An jeder Station finden Sie informative Hinweisschilder, die spannende Einblicke in die Geschichte der jeweiligen Mühle bieten:
Wann wurde sie erbaut?
Welche Technik wurde verwendet?
Welche Bedeutung hatte sie für die Region?
Was ist heute noch davon zu sehen?
Ob gut erhaltene Wassermühlen, ehemalige Standorte mit Ruinen oder heute kaum mehr sichtbare Spuren – die Route verbindet Vergangenheit mit Gegenwart und macht Geschichte erlebbar. Die Strecke ist ideal für Familien, Kulturinteressierte und Naturfreunde gleichermaßen.
Eine zusätzliche Radroute mit kleinen Abweichungen zur offiziellen Wanderkarte finden Sie hier.
Ruhmühle Rötlein

Nach mündlicher Überlieferung soll es die Mühle bereits im 17. Jahrhundert gegeben haben.
Als die Brüder Karl und Emil Bleicher 1957 das Fundament für das heutige Haus Ruhmühlstraße 7 aushoben, stießen sie auf eine hölzerne Wasserrinne – ein Hinweis auf die frühere Mühle.
Westlich davon befand sich ein Weiher und an der Südseite fließt die Rotach vorbei. Diese entspringt etwa 1km westlich von Rötlein, nahe der europäischen Wasserscheide, und speiste einst die Mühle.
Ein Zitat aus der Überlieferung lautet:
„Der Überlieferung nach lag an diesem Bach in Rötlein die Rötsmühle. […] Hier soll früher eine Mühle gestanden sein, dessen Müller nachts gemahlen und bei Tag geschlafen habe. Wenn die Leute tagsüber dort vorbeigingen,
war immer in der Mühle Ruhe. Daher: ‚Ruhmühle‘. […] Urkunden sind nicht bekannt.“
Zitat aus Aufzeichnungen des Fritz Holzinger (Neustädtlein).
Die mündliche Überlieferung stammt von Emil und Martin Bleicher.
Mühle am Moosweiher Rötlein

Im Frankenspiegel von 1972 schrieb Hans-Joachim König unter dem Titel „Die Beschaffenheit des Rittergutes Wildenstein“ – Nach einer Beschreibung des Ansbacher Archivrats Strebel:
„… 1721 hat der Major von Hofer um Erteilung des herrschaftl. Konsenses zur Erbauung einer Mahl- und Sägemühle bei Rötheln angesucht, der ihm auch unter der Bedingung erteilt worden, daß der neue Müller sich in die
Zunft nach Crailsheim begeben und 6 Taler Herrn- und Kanzleitax erlegen solle. Hofer suchte dieser Bedingung auszuweichen. Als man aber von Territorialherrschafts wegen den neuen Mühlbau wieder abzubrechen den
Anfang gemacht, hat derselbe das diesseitige wohlhergebrachte Recht anerkannt und einen förmlichen Revers darüber ausgestellt. (Es handelt sich nach Nr. 29 des Verzeichnisses der Beweisstücke um die Mahl- und
Sägmühle am Moosweiher.)“
Eine andere Quelle besagt, dass Brandenburg die Mühle bereits 1721 wieder abbrechen ließ.
Felsenmühle Bernhardsweiler
Die Felsenmühle entstand um 1460 und wurde 1732 sowie 1787 als Gießrechenmühle erwähnt. Sie gehörte zunächst der Familie Gußregen
in Dinkelsbühl. 1829 wird von einer Mahlmühle mit zwei Wasserrädern berichtet. Durch einen 320m langen Kanal wurde das Wasser des Gießrechenweihers der Mühle zugeleitet.
Im Jahr 1913 ist eine Mahlmühle mit einem oberschlächtigen Wasserrad mit einem Durchmesser von 3,22m verzeichnet. Betrieben wurden zu dieser Zeit drei Mahlgänge, eine Getreideputzmaschine und eine Futterschneidmaschine. Etwa 1920 wurde der Mühlbetrieb eingestellt, jedoch wurde bis Anfang der 60er-Jahre noch Strom erzeugt. Der frühere Besitzer Walter Schlump verkaufte die Mühle 1964 an Otto Fezer. Nach dessen Verzicht auf das Wasserbenutzungsrecht erhielt er die wasserrechtliche Genehmigung, ein Wasserrad (ohne Stauanlage) zur Belüftung der Forellenhaltung und zu Antriebszwecken einzubauen.
Nach seinem Tod im Jahr 2008 erwarb Familie Florus die gesamte Anlage.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5, (2011) Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke



Hammermühle Lautenbach
Die Hammermühle, ursprünglich eine Hammerschmiede, gehörte zum Rittergut Lautenbach und war unter dem Namen „Lautenbacher Hammer“ bekannt. Im Jahr 1616 befand sie sich im Besitz von „Junkher Hans Philipsen von Weingarten“ und war Teil des Ritterguts.
1829 bestand die Mühle aus drei Wasserrädern am Hammerweiher, der von der Deufstetter Rot gespeist wurde. 1833 war Friedrich Möbus als Besitzer verzeichnet, ab 1834 kam eine Sägmühle hinzu. In den Jahren 1872/73 wurde die Mühle mithilfe von Hubmaschinen und Winden nach Norden versetzt und ein neues Wasserrad für die Sägmühle eingebaut.
1905 entstand ein Motorhaus, 1908 wurde die Anlage als Getreide- und Sägmühle von Johann Präf betrieben. Um 1955 stellten die Eltern des letzten Besitzers, Gerhard Rauh, den Mühlenbetrieb ein.
1973 erfolgte die Instandsetzung der Wasserkraftanlage und der Einbau eines neuen Wasserrads zur Stromerzeugung. Anschließend wurde das Gebäude zu einem Mühlengasthof ausgebaut und wechselte mehrfach
den Besitzer. Heute wird die Anlage ausschließlich privat genutzt.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5, (2011) Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke



Lenzenmühle Lautenbach
Die Lenzenmühle war früher eine Getreidemühle.
Sie stand östlich der Rötleiner Straße, neben dem Haus Wallkum. Zu den bekannten Besitzern zählten die Familien Dorsch und Süpple.
Bis zu einem Brand in den 1980er Jahren diente das Gebäude zeitweise als Lager des sogenannten „MillionenEddi“.
Die Mühle wurde mit Wasser aus dem westlich der Straße gelegenen Lenzenweiher betrieben. In diesem sammelte sich das Wasser eines Bachs, der vom Hagenbuschweiher kommt und auch den Abfluss des Stockweihers aufnimmt.
Zusätzlich wurde der Lenzenweiher über einen Graben gespeist, der an der ehemaligen Wildensteiner Molkerei beginnt und in Richtung Vorstadt verläuft.
Es gelang leider nicht, die Namen Lautenbach, Lenzenbach und Stockweihergraben den vorhandenen Bächen eindeutig zuzuordnen.
Foto: Renate Süpple



Storchenmühle Lautenbach



Nach einer am Gebäude eingehauenen Jahreszahl bestand die Mühle vermutlich bereits im Jahr 1371.
Im Jahr 1829 wurde sie als Mahl- und Sägemühle mit drei Wasserrädern an der zum Storchenweiher aufgestauten Deufstetter Rot erwähnt.
1844 war Adam Haßel als Müller verzeichnet.
1865/66 plante der Lautenbacher Schmied Michel Leidig den Bau einer Hammerschmiede mit Wasserradantrieb. Der Plan wurde nicht umgesetzt.
1913 diente die Mühle neben dem Betrieb als Getreide- und Sägemühle auch dem Antrieb landwirtschaftlicher Maschinen. Im Wohn- und Mahlgebäude arbeiteten drei Mahlgänge und ein Gerbgang, in der Sägemühle ein
Hochgang und eine Kreissäge. Seit 1907 war zusätzlich ein Benzinmotor mit 6 PS als Reservekraft im Einsatz.
1921 wurde die Genehmigung zur Ersetzung der bisherigen zwei Wasserräder durch ein einziges erteilt.
Ab 1934 war nur noch die Sägmühle in Betrieb.
1937 erwarb die Spar- und Darlehenskasse Lautenbach den Storchenweiher; zu dieser Zeit erzeugte Karl Lehr noch
Licht- und Kraftstrom mittels Wasserkraft.
Etwa ab 1945 wurde die Wasserkraft nicht mehr genutzt, 1976 erfolgte der Verzicht auf das Wasserrecht.
Die letzte bekannte Besitzerin war Lina Gronbach, Enkelin von Friedrich Hassel, der 1914 als Müller tätig war.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke.
Ölmühle Lautenbach
Im Jahr 1616 wurde die Mühle als „Oel-Mühl gen Rechenberg“ erwähnt und gehörte zum Rittergut Rechenberg.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Ölschlagen eingestellt, fortan diente die Anlage ausschließlich der Getreidevermahlung.
1829 ist eine Mahlmühle am Rotbach mit einem Wasserrad verzeichnet, der Ölweiher lag direkt vor dem Werk.
1833 wird Matthias Dietrich als Besitzer genannt, zur Anlage gehörten ein Wohnhaus mit Mühle und Wasserstube
Im Jahr 1880 wurde ein Sägewerk angegliedert. 1896 erfolgte der Einbau einer Wasserturbine (System Haag) zusätzlich zum oberschlächtigen Wasserrad.
1900 bestand eine Mahlmühle mit Rundsägeüberbau, 1913 wurde die Anlage als Getreide- und Sägemühle des Karl Sperr geführt, inklusive Antrieb landwirtschaftlicher Maschinen.
1953 wurde die Sägmühle nach Wildenstein verlegt und firmierte dort als „Sperr Säge- und Hobelwerk“. Um 1960 wurde der Mahlmühlenbetrieb eingestellt.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke.



Mühle Oberdeufstetten


Die erste Erwähnung der Mühle stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Laut Oberamtsbeschreibung gehörte sie zeitweise zum Schloss Rechenberg. Es handelte sich um eine Mahlmühle mit zwei Wasserrädern am Oberen Mühlweiher, der von der Deufstetter Rot gespeist wurde.
Im Jahr 1832 war Ernst Hettler als Besitzer verzeichnet.
1859 wurde die Mühle als Mahlmühle mit Wasserstube beschrieben.
1913 war sie als Getreide- und Sägmühle mit einem oberschlächtigen Wasserrad in Betrieb. Im Wohn- und Mühlgebäude arbeiteten zwei Mahlgänge und ein Gerbgang. In der angebauten Sägmühle waren ein Hochgatter und eine Kreissäge installiert. In der zugehörigen Scheune befanden sich eine Futterschneid- und eine Dreschmaschine.
1945 wurde die Anlage stillgelegt. Letzte bekannte Besitzerin war Katharina Hettler, später ging die Mühle an Willi Binz über.
Heutige Besitzer sind Familie Ilg.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke.
Dorfmühle Unterdeufstetten
Bereits im Jahr 1542, als die Familie Drechsel den Ort übernahm, existierte in Unterdeufstetten die Dorfmühle.
Es handelte sich dabei um eine Mahlund Sägmühle am Unteren Mühlweiher mit vier Wasserrädern. Der Stauweiher wurde von der Rotach gespeist.
Im Jahr 1832 war Christian Dietrich als Besitzer verzeichnet. Von 1874 bis 1939 lebte dort der Müller Wilhelm Dietrich.
Im Jahr 1913 bestand die Anlage aus einem Wohnhaus mit Mahl- und Sägmühle, ausgestattet mit zwei Wasserrädern und einem Motorhäuschen mit Benzinmotor. Zu dieser Zeit wurden in der Mahlmühle zwei Mahlgänge
und ein Gerbgang betrieben, in der Sägmühle ein Hochgang und eine Kreissäge. Zusätzlich befanden sich in der zugehörigen Scheuer eine Futterschneid- und eine Dreschmaschine.
Der Betrieb endete um das Jahr 1948.
Im Jahr 1956 erfolgte die Demontage der gesamten Mühleneinrichtung einschließlich der Antriebsanlage.
Heutige Besitzer sind Familie Willi Brand.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5, (2011) Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke




Mühle am Holzweiher Unterdeufstetten

In den Segringer Kirchenbüchern wird 1580 und 1581 erstmals die „Holzmühle“ am südlichen Ortsausgang von Unterdeufstetten erwähnt.
Im Jahr 1672 wurden in der dortigen Sägmühle 74 Stock Bretter geschnitten.
1674 waren Christian Kraft aus Oberdeufstetten, Georg Heinrich, Stephan Schenkh aus Breitenbach und Georg Mayr aus Schönbronn Lehensträger der Holzmühle.
Im Jahr 1713 wurde sie von Melchior Klein aus Lautenbach als Mahlmühle mit einem Mahl- und einem Gerbgang von Grund auf neu erbaut.
1829 ist eine Mahl- und Sägemühle am Holzmühlweiher belegt. 1832 war Heinrich Dietrich Besitzer der Mühle, die zu dieser Zeit mit zwei Wasserrädern, zwei Mahlgängen und einem Gerbgang betrieben wurde.
Der Mühlenbetrieb wurde angeblich bereits um 1850 eingestellt, die Gebäude Anfang des 20. Jahrhunderts abgebrochen. Vor gut 100 Jahren erklärte die damalige Grundbesitzerin Karoline Seiss, Gastwirtswitwe in
der späteren Wirtschaft Reichert, den Verzicht auf die Nutzung des Wassers.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011),Folker Förtsch, Roland Hofmann.
Weitere Informationen: Erich Wappler.
Mühle am Kreuzweiher Unterdeufstetten
1578 wird erstmals die Mühle am Kreuzweiher erwähnt. Sie befand sich damals im Besitz des ehemaligen Bürgermeisters Johann Schwertfuer aus Dinkelsbühl.
In den Schlossakten erscheint sie dann erst wieder unter Ignaz Weinhard (auch Reinhard genannt), der von 1694 bis 1698 Besitzer des Ritterguts war.
1759 wird die Mühle nur noch als Wohnhaus geführt.
Um 1790 taucht sie in den Schlossakten als „Fallhaus“ auf – so ist sie auch auf älteren Karten verzeichnet. Die umliegenden Äcker tragen den Namen „Schindersfeld“. Das am Waldrand stehende Gebäude wird „Kohlhaus“
genannt.
Der zu dieser Mühle gehörende untere Kreuzweiher ist längst abgelassen, nur das Wehr ist erhalten.
Diese Informationen stammen aus den Ausarbeitungen von Hans-Joachim König, einem früheren Pfarrer in Unterdeufstetten.
Karl Oswald Werfl schrieb 1964 im Frankenspiegel:
„Fallgut und Fallgerechtigkeit finden wir höchstens noch vereinzelt als Namen, wie in Unterdeufstetten: Das Fallhaus, das einst eine kleine Mühle war, und Eigentum der Gemeinde ist.“
Rechts von dem Bächlein sind noch die Grundmauern des einstigen Kohlhauses bzw. der früheren Mühle zu finden. Dort lebte nach dem 2. Weltkrieg zeitweise eine Familie mit 24 Kindern – kaum vorstellbar!






Melbersmühle Matzenbach

Die Mühle wurde um 1430 erbaut.
Im Jahr 1433 wurde sie von dem Sichelschmied Hans Melwer aus Dinkelsbühl, nach dem die Mühle benannt ist, an vier Bauern aus der Umgebung verliehen.
1566 erfolgte der Verkauf an das Spital von Dinkelsbühl.
1754 wurde ein zweiter Mahlgang eingerichtet, 1757 folgte der Wiederaufbau der abgebrannten Sägemühle. Ab diesem Zeitpunkt bestand die Anlage als Mahl- und Sägemühle mit drei Wasserrädern im Tal des Gunzenbachs
(auch Melbersbach genannt), gespeist über den Stauweiher „Melbersweiher“.
1884 verfügte die Mühle über zwei Mahlgänge und einen Gerbgang. Die Sägmühle war mit Hochgatter und Kreissäge ausgestattet.
1908 wurde zusätzlich der Antrieb landwirtschaftlicher Maschinen eingeführt; es bestanden zwei Mühlräder mit einem Durchmesser von jeweils 3,06m.
Heutige Besitzer sind Familie Küfner, zuvor war die Mühle im Besitz der Familie Albrecht.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke.
Spitzenmühle Wildenstein



Die erste urkundliche Nennung der Mühle stammt aus dem Jahr 1574; nach mündlicher Überlieferung existierte sie bereits seit 1534.
Die ursprüngliche Mühle soll bis zum Dreißigjährigen Krieg nördlich des heutigen Standorts gestanden haben und ist im oder nach dem Krieg niedergebrannt.
1794 erfolgte der Neubau der Mühle, belegt durch eine Inschrift am Gebäude. Es handelte sich um eine Mahl- und Sägemühle mit drei Wasserrädern am
Gunzen- oder Melbersbach, ursprünglich gespeist durch einen großen Sammelweiher oberhalb des Werks.
Im Jahr 1913 erfolgte die Wasserzufuhr über einen oberen und einen Sammelweiher beim Werk sowie über den Zulauf vom Tannenweiher.
1884 war die Mühle als Mahlmühle mit einem Gerb- und zwei Mahlgängen sowie als Säg- und Malzschrotmühle in Betrieb.
1913 arbeiteten zwei oberschlächtige Wasserräder, zusätzlich wurde der Antrieb landwirtschaftlicher Maschinen ermöglicht.
1932 wurde der Mühlenbetrieb modernisiert, unter anderem durch den Einbau eines Dieselmotors zum Antrieb des Mahlwerks.
1948/49 erfolgte eine Vergrößerung der Anlage durch einen Neubau. Bis
1962 wurde der Betrieb durch Wasserkraft oder Dieselmotor aufrechterhalten, danach durch Strom.
1969 wurde eine Patent-Michell-Ossberger-Turbine eingebaut. Bis 1992 lief die Mühle offiziell als Mahl- und Sägmühle, bis 1996 wurde sie noch zur Verarbeitung der eigenen Frucht durch den Besitzer genutzt.
Heute ist die Anlage als Kulturdenkmal ausgewiesen.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke.
Fichtenhofmühle Fichtenhof


Im Jahr 1924 wurde dem Landwirt Josef Hald die Genehmigung zum Bau einer Anlage zur Erzeugung elektrischer Energie erteilt, um landwirtschaftliche Maschinen anzutreiben und das Anwesen zu beleuchten. Die Fertigstellung
erfolgte im November 1925.
Die Wassertriebwerksanlage befand sich am Gunzenbach, etwa 200m unterhalb der Völkermühle. Zum Einsatz kam eine Freistrahlturbine mit einem Laufraddurchmesser von 0,40m und einer maximalen Schluckfähigkeit von 100 Sekundenlitern.
Die Wasserversorgung erfolgte über zwei Sammelweiher direkt am Werk. Aus Rücksicht auf die benachbarten Mühlen war die Nutzung der Wasserkraft auf wenige Stunden am Tag beschränkt.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch.
Laut Verleihungs- und Genehmigungsurkunde der Regierung des Jagstkreises in Ellwangen galten besondere Vorschriften:
Futterschneiden war nur vormittags und höchstens eine Stunde lang erlaubt, Dreschen und Lichterzeugung durften nicht nach 17 Uhr erfolgen, und das Ausdreschen war erst nach dem 15. Oktober gestattet.
Im Haus Hald gab es eine Bleibatterie mit geringer Leistung. Als später jeder Haushalt für den Stromanschluss an die UJAG* zahlen musste, wurde die Anlage an die UJAG* verkauft, und der erzeugte Strom entsprechend angerechnet.
Gehen Sie nun den Weg entlang bis zur runden Güllegrube und richten Sie den Blick ins Tal – dort befand sich einst der Standort der Mühle. Der ehemalige Stauweiher und der Ablauf sind heute nicht mehr sichtbar.
*Ueberlandwerk Jagstkreis AG, heute: EnBW ODR AG.
Völkermühle Fichtenhof
Um 1800 war die Völkermühle eine Mahl- und Schneidemühle.
Im Jahr 1802 errichtete Wilhelm Rathgeb – laut Inschrift auf dem Türsturz – einen Stall, der heute nicht mehr erhalten ist. 1829 wurde die Mühle am namenlosen Weiher verzeichnet.
1892 wird eine Radstube erwähnt. Die Mühle liegt im Gunzenbachtal und war ursprünglich mit zwei Wasserrädern ausgestattet. Die Wasserzufuhr erfolgte über den Rohrweiher sowie einen Sammelweiher direkt beim Werk, der
Ablaufkanal war etwa 220m lang.
1903 ist der Betrieb als Mahlmühle mit zwei Mahlgängen und einem Gerbgang sowie als Sägemühle mit einem Hochgatter dokumentiert.
In den Jahren 1913/18 wurde die Anlage als Getreide- und Sägemühle des Wilhelm Rathgeb geführt, dem Urgroßvater des heutigen Besitzers Markus Straub. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wasserkraft nur noch zum Antrieb der Schrotmühle genutzt.
Zwischen 1952 und 1954 erfolgten der Teilabriss und der Umbau der Mühle zu einem reinen Wohnhaus; die Wasserräder und die Triebwerksanlage wurden entfernt.
1956 werden die Eheleute Xaver Merz als Eigentümer genannt.
Der Text entstand in Rücksprache mit dem heutigen Besitzer Markus Straub, Sohn der Merz-Tochter Theresia.
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Folker Förtsch, Roland Hofmann und Joachim Schülke.



Ölmühle Wäldershub

Im Jahr 1829 ist das Gebäude in der Urkarte als „Ölmühle“ verzeichnet – allerdings ohne Wasserkraft.
1833 wurde Christian Munzinger als Besitzer genannt; zur Anlage gehörten ein Wohnhaus, eine Scheuer und die Ölmühle.
Ab dem Jahr 1930 wird die Ölmühle nicht mehr erwähnt.
Die Mühle befand sich in der heutigen Holzapfelstraße, zweites Haus rechts (früher Haus Nr. 29).
Quelle: Mühlenatlas Baden-Württemberg, Band 5 (2011), Roland Hofmann und Joachim Schülke.
