50 Jahre Fichtenau: Gemeinde Fichtenau

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50 Jahre Fichtenau

Gemeindejubiläum 2023

Die Gemeinde Fichtenau feiert 2023 ihr 50-jähriges Bestehen.

Deshalb hatte die Gemeindeverwaltung einen Aufruf im Amtsblatt für ein Jubiläumslogo gestartet, und es gingen dazu verschiedene Ideen ein. Bei diesen Vorschlägen waren stets die Karte Fichtenaus sowie markante Punkte zu den Ortsteilen im Vordergrund.

Diese Anregungen haben wir aufgegriffen und daraus folgendes Jubiläumslogo gestaltet.

Es zeigt die vier Gemeindeteile Wildenstein, Matzenbach, Lautenbach und Unterdeufstetten mit jeweils markanten Symbolen. So ist in Gelb das Storchennest für Wildenstein, in Blau das Treideln in Lautenbach beim Fest am See, in Rot das Schloss in Unterdeufstetten und in Grün die Bild-Kapelle in Matzenbach dargestellt. Dazu noch eine 50 für das Jubiläum und die Fichtenbäume für Fichtenau. 

Die Gemeinde Fichtenau feiert ihr 50-jähriges Bestehen mit vielen Highlights

Vor 50 Jahren haben sich die Gemeinden Wildenstein, Lautenbach, Matzenbach und Unterdeufstetten zusammengeschlossen, und das wird 2023 mit vielen tollen Veranstaltungen begangengefeiert. Traumhafte Fichtenauer Momente stehen an. Ein Höhepunkt ist das Open-Air-Konzert der renommierten ABBA-Cover-Band „ABBA 99“.

Kurz bevor der Grundstein für die Gemeinde Fichtenau im Jahre 1973 gelegt wurde, gab es weiter nördlich in Europa wenige Monate vorher ebenfalls eine erfolgreiche Gründungsgeschichte: Eine der legendärsten Bands der 70er Jahre formiert sich – ABBA! „ABBA 99“ vermittelt mit ihrer überzeugenden Bühnenshow und den originalgetreuen Outfits die Lebensfreude dieser einmaligen Ära. Alle Dancing Queens können am Mittwoch, 14. Juni 2023, um 19.30 Uhr in der Parkanlage des Rathauses in Wildenstein ein ABBA-Spektakel erleben. Einlass ist um 18.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Turn- und Festhalle in Matzenbach statt. Wer mit einem 70er-Jahre-Outfit erscheint, erhält ein Glas Sekt gratis.

Vom 7. bBis zum 9. Juli wird mit einem dem Fest am See weitergefeiert – mit buntem Programm und vielen Höhepunkten. Zum 50. Geburtstag von Fichtenau steht der Freitagabend mit einem Bürgerabend ganz im Zeichen des Jubiläums. Zünftige Bierzeltmusik und Stimmungsmusik mit Partyklängen laden an allen Tagen zum Tanzen und Feiern ein. In der Idylle des neu sanierten Storchenweihers inmitten des Teilorts Lautenbach gibt es Feuerwerk, einen Markt, Attraktionen für Kinder und Jugendliche sowie den traditionellen Treidelwettbewerb: Dabei gilt es einen Kahn am Tau über den See zu ziehen und Wasser zu schöpfen. Sportlich geht es auch beim bekannten Crosslauf mit Jedermannslauf zu.

Zwei weitere Ausstellungen begleiten das Jubiläumsjahr: Vom 30. April - 25. Juni 2023 zeigen die „Kreative 88 – Kunstfreunde und Kunstschaffende e.V. Bopfingen“ im Rathaus in Fichtenau-Wildenstein Werke zum Thema „Entfesselt“. Vom 24. September bis 17. Dezember 2023 sind dort Bilder von  Heidrun Scharf und Dr. Peter Nikolaus ausgestellt, die die Natur im Mittelpunkt ihrer Schaffenskraft.

„Reg mi net uft“ ist das Programm des Vollblut Comedy-Duos „Dui do on de Sell“ überschrieben. Am Freitag, 6. Oktober, blicken Petra Binder und Doris Reichenauer in der Turn- und Festhalle in Matzenbach erbarmungslos ehrlich und charmant witzig aufs Ehe- und Familienleben.

Beim Fichtenauer Musiksommer sorgen an fünf Terminen die örtlichen Musikgruppen für schöne musikalische Stunden. Es gibt einen Tag der offenen Tür an der Schule und im Kindergarten, und die Vereine haben fürs Jubiläumsjahr auch noch besondere Aktionen geplant.

Jubiläumsprodukte

Anlässlich des Gemeindejubiläums 2023 hat die Gemeinde Fichtenau zusammen mit der Brauerei Ladenburger sowie Fürstenfass und der Kommunikationsagentur Lehanka ein eigenes Bier sowie Wein mit Jubiläumslogo entwickelt.

Bei dem Bier handelt es ich um ein Export.

Export ist ein hochvergorenes, vollmundiges Spezialbier. Es ist ausgeglichen und gut abgestimmt im Verhältnis zwischen Malzkörper und einer feinen, milden Hopfenbittere. Ein süffiges und erfrischendes Bier für jeden Anlass.

Aussehen, Geruch und Geschmack
Bei einem hervorragenden, dichten Schaumbild und dem Biertyp entsprechender hellgelber Farbe, ist ein aromatischer, reiner Geruch und eine Spur Malz-Aroma feststellbar. Im Trunk ist das Bier vollmundig, kernig und süffig - sehr spritzig und erfrischend. Ein abgerundetes und harmonisches Exportbier.

Eine Kostprobe dieses Bieres gibt es weiterhin zu kaufen bei nahkauf Gehring in Wildenstein.

Ebenso ist der Jubiläumswein erhältlich bei der Gemeinde Fichtenau.

Haben Sie Lust auf Jubiläum?

Dann erhalten Sie einen Jubiläums-Button für 5 €.

Damit unterstützen Sie die kulturellen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Gemeinde Fichtenau.

Sie können den Button im Rathaus, Zimmer 2.6, bei Frau Zott oder Frau Walter-Hofmann sowie auf unseren Veranstaltungen erwerben.

Jubiläumsbuch - 50 Jahre Fichtenau

Als wir uns zum Gemeindejubiläum Gedanken gemacht hatten, war die Idee entstanden, ein paar Fotos und Infos über die letzten 50 Jahre herauszusuchen. Da wir in unserem Gemeindearchiv doch ganz gut fündig wurden, jedoch die Anzahl der Fotos immer größer wurde, war die Idee eines Jubiläumsbuchs entstanden. So kann jede und jeder Interessierte in aller Ruhe die ersten 50 Jahre der Gemeinde Fichtenau Revue passieren lassen und in Erinnerungen schwelgen.

Erleben Sie eine kleine Zeitreise vom Zusammenschluss 1973 bis zum Jubiläum 2023.

Unser Jubiläumsbuch ist ab sofort für 39,90 € im Rathaus erhältlich.

Stelen zum Gemeindejubiläum

Der ein oder andere hat es vielleicht schon bemerkt – viele bunt bemalte Stelen zieren die Ortseingänge von Fichtenau. Anlässlich des Gemeindejubiläums haben viele Kinder die von Daniel Brunner gefertigten Stelen liebevoll bemalt und verziert.

Vielen Dank an dieser Stelle an

  • den Kindergarten Tausendfüssler in Wildenstein,
  • den Kindergarten Christ-König in Unterdeufstetten,
  • den Kindergarten St. Theresia in Matzenbach,
  • dem EC Wildenstein und den Jungscharen,
  • der Frohschar Matzenbach,
  • der Kinder- und Jugendhilfe St. Raphael in Unterdeufstetten,
  • dem Betreuungsteam an der Christoph-von-Pfeil-Schule in Unterdeufstetten,
  • sowie dem Baubetriebshof.

Mit dieser Aktion konnten auch schon die Kleinsten in der Gemeinde eine Verbindung zum Jubiläum herstellen und dazu beitragen, das Fichtenau im Jubiläumsjahr etwas bunter wird.

Die Gemeindeverwaltung freut sich sehr über diese gelungene Aktion.

Abschlussveranstaltung zum 50-jährigen Gemeindejubiläum

Am 8. November 2023 fand im festlichen Rahmen die Abschlussveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Fichtenau statt. Der Kultursaal, einst die Aula der Grundschule, war gefüllt mit Bürgerinnen und Bürgern, Ehrengästen sowie aktiven und ehemaligen Mitgliedern des Gemeinderats. Die Veranstaltung begann mit einer Erinnerung an die Geschichte des Kultursaals und die Bedeutung des Gemäldes von Staatsminister und Reichsfreiherr Christoph Karl Ludwig von Pfeil. Das Gemälde, nun im Kultursaal, symbolisiert die reiche Geschichte und Werte von Fichtenau. In ihrer Ansprache betonte Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann die Bedeutung von Engagement, Hingabe und Wertschätzung für Mensch, Kultur und Geschichte, die in Fichtenau hochgehalten werden. Sie dankte den Bürgerinnen und Bürger für ihre Beiträge zum Gemeinwohl, sie begrüßte Ehrenbürgermeister Dieter Wolf sowie die Mitglieder des Gemeinderats und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Fichtenau. Der Bericht beleuchtete den Entstehungsprozess der Jubiläumsfeierlichkeiten. Im Jahr 2022 wurden Ideen in einer Ideenwerkstatt diskutiert. Das Gemeindelogo, gestaltet von der Lehanka Kommunikationsagentur, zierte z. B. Bierdeckel und das Festbier der Brauerei Ladenburger. Ein Fotowettbewerb inspirierte Bürgerinnen und Bürger dazu, Fotos mit dem Jubiläumslogo aus aller Welt einzusenden. Weitere Jubiläumsprodukte waren zum einen das Festbier sowie Rot- und Weißweine ebenfalls mit dem Jubiläumslogo, Samentütchen und Buttons als Spendenquellen für das Kulturprogramm. Der Musiksommer, zwei Lesungen, der Ostereiermarkt und das ABBA-99-Open-Air wurden als kulturelle Highlights des Jubiläumsjahres herausgestellt. Besonders hervorgehoben wurden vielfältige Aktivitäten im Jubiläumsjahr, darunter ein Fotobuch, das die letzten 50 Jahre der Gemeinde Fichtenau umfasst. Die Mitarbeiterinnen Stefanie Walter-Hofmann und Christlinde Haller-Kronenwetter wurden für ihre engagierte Arbeit gelobt. Der Bericht endete mit der Preisverleihung des Fotowettbewerbs „Ein Logo geht um die Welt“, bei dem Gewinner in verschiedenen Kategorien prämiert wurden. So wurden die Bilder prämiert von Orten, die am östlichsten, am südlichsten, am westlichsten und am nördlichsten gelegen waren. Außerdem erhielten das am Weitesten und das am Höchsten gelegene Foto einen Preis. Besonders gefreut hat sich die Juri über den Kinderpreis, welchen die Kinder vom Krippenspiel der Ev. Kirchengemeinde Unterdeufstetten bekommen haben. Außerdem erhielten drei Kinder einen Preis, die beim Luftballonwettbewerb des alljährlichen Fests am See teilgenommen hatten und deren Luftballon gefunden und die Rückantwortkarte zurückgeschickt wurde. Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann schloss mit einem Appell zur Zusammengehörigkeit in turbulenten Zeiten und ermutigte, vor allem auch die jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich aktiv in die Kommunalwahlen einzubringen, um die Zukunft der Gemeinde Fichtenau gemeinsam zu gestalten. Der Bericht endete mit einem Dank an alle, die zum Gelingen des Jubiläumsjahres beigetragen haben, sowie einem Ausblick auf die Zukunft der Gemeinde Fichtenau.

Fotos zur Abschlussveranstaltung und zum Fotowettbewerb finden Sie hier als PDF-Datei (PDF-Datei)

Fichtenauer Momente im Rückblick

Im Rahmen des Jubiläumsjahrs „50 Jahre Fichtenau“ werden wir für 2023 unter dem Motto „Fichtenauer Momente im Rückblick“ wöchentlich in Erinnerungen schwelgen. Mit Fotos und Geschichten, Anekdoten und Informationen werden wir Sie auf eine Zeitreise mitnehmen. Dabei blicken wir 50 Jahre und weiter zurück. Vielleicht erinnern Sie sich noch an einige Episoden aus unserer Gemeinde? Kommen Sie gerne miteinander ins Gespräch und blicken Sie gerne zurück auf Vergangenes oder noch Bestehendes in unserer Gemeinde. Viele von Ihnen werden sich sicherlich dabei wundern, was es in Fichtenau so alles gab und immer noch gibt.

Wer dazu selbst Ideen oder Geschichten einbringen möchte, darf sich gerne bei Frau Stefanie Walter-Hofmann telefonisch unter Telefonnummer: 07962 892-17 oder per Mail melden.

Die Gemeindeverwaltung dankt Herrn Helmut Reuter und Herrn Karl-Heinz Fohrer ganz herzlich für die Aufbereitung der Themen und die gute Vorarbeit!

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit den Fichtenauer Momenten im Rückblick!

Grüße aus Lautenbach, Unterdeufstetten, Wildenstein und Matzenbach

Kohlhaus in Unterdeufstetten

Das Kohlhaus stand südwestlich von Unterdeufstetten, zwischen dem ehemaligen Schrottplatz Rieger und dem Wald. Früher wurde dort Holzkohle hergestellt. Später hat es eine Familie Wendel, die in New York ein Restaurant betrieben hatten, gekauft und hergerichtet. Eine Tochter der Wendels hat einen Störrle geheiratet. Aus dieser Ehe ging u.a. die Tochter Edeltraud hervor. Diese wurde im Kohlhaus geboren und heiratete Leo Höhl, der ca. 30 Jahre Hausmeister in der Schule in Unterdeufstetten war. Im 3. Reich wurde dort eine kinderreiche Familie untergebracht. Weil am Haus nichts gerichtet wurde, ist das Kohlhaus die vergangenen Jahrzehnte zunehmend verfallen.

Matzenbacher Bild

Die Wallfahrt zur Matzenbacher Schmerzensmutter geht in das Jahr 1746 zurück. Maria Mangold von Matzenbach gelobte, um ihrer Kopfschmerzen ledig zu werden, ein Bild der Mutter Gottes am Weg nach Dankoltsweiler an einer Buche anbringen zu wollen, um dort ihre Andacht zu verrichten. Schon bald, nachdem das Bild aufgestellt war, kam ein großer Zulauf von nah und fern zum Bild. Am Anfang dieser Gnadenstätte stand also von menschlicher Seite aus gesehen das schlichte Vertrauen einer Frau, der Glaube an die Fürbitte der Gottesmutter. Über 150 Jahre lang blieb diese mehr als einfache Form der Verehrung der Gottesmutter bestehen. Im Jahr 1913 entstand eine erste einfache offene Kapelle. 1933/35 wurde diese Kapelle verschönert. 1973 wurde ein Neubau der Kapelle eingeweiht. Es heißt „Matzenbacher Bild“, steht aber auf Jagstzeller Gemarkung. Eigentümerin ist die kath. Kirchengemeinde Matzenbach.

Gasthäuser in Unterdeufstetten

In der Kapellenstraße kann man heute noch ein wunderschönes Haus sehen, in dem das „Gasthaus zum Rad“ untergebracht war. Die Aufschrift ist noch gut zu erkennen. Besitzer waren die Familien Rupp, Schenk und Schinkel.

Auf der anderen Straßenseite bewirtete eine Familie Kurz die „Linde“ mit einer großen Kegelbahn. In dieser Kegelbahn wurden nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlinge einquartiert. Vor der Schließung hieß die Wirtin Mathilda Rottler.

In der Dinkelsbühler Straße waren früher eine Familie Maier die Wirtsleute des „Gasthauses zum Rössle“. Sie hatten auch eine Bäckerei und einen Metzgereiwarenverkauf dabei.

Neben der katholischen Kirche konnte man im „Gasthof zum Hirsch“ einkehren. Bewirtet wurde man von der Familie Seitz, dann Probeil und später von der Familie Reichert. Dort wurde auch eigenes Bier gebraut.

Das letzte Gasthaus, das in Unterdeufstetten noch bis vor ca. einem Jahr betrieben wurde, war der „Grüne Baum“ der Familie Bosch-Kollecker. Eine Familie Hangsdörfer betrieb dort vorher auch eine Brauerei.

Albert Lämmerer betrieb das „Gasthaus zum Scharfen Eck“, das man von der Birkenwaldstraße und von der Matzenbacher Straße aus betreten konnte. Dort wurde wohl öfters mal kräftig gezecht. Davor betrieben die Lämmerers eine Wirtschaft im Gässle.

Ein Cafè konnte man in der Marktstraße bei der Familie Ehret besuchen.

Schloss Lautenbach – 2 „Schloss-Herren“

Das Schloss steht im Hammermühlweg. Wenn man zwischen den Häusern des „Schlossbauern“ und des „Schlosswebers“ durchgeht, sieht man auf der linken Seite das Gebäude. Es handelt sich um einen einfachen Rechteckbau mit Grabenspuren. Im Westteil besitzt „Schlossherr“ Hermann eine noch voll funktionsfähige Schmiede. Im Ostteil wohnt „Schlossherr“ Fritz. Über die Entstehung des Schlosses gibt es nur ungenaue und teilweise widersprüchliche Angaben. Es heißt, dass im 16. oder 17. Jahrhundert durch Ankauf von Gütern ein Rittergut gebildet wurde. 1925 wurde das Gebäude von Schmiedemeister Gottlob Ohr (dem Großvater des heutigen Besitzers) erworben. Als dieser Umbauten vornehmen wollte, gab es Probleme mit dem Denkmalamt. Er setzte sich erfolgreich gegen eine Eintragung ins Denkmalverzeichnis zur Wehr. In der Urkunde heißt es u.a.: „Tatsächlich sehe auch das Haus wie irgend ein anderes in schlechter Unterhaltung befindliches Bauernhaus aus. Er könne keineswegs anerkennen, dass es sich bei seinem Gebäude um ein geschichtlich oder künstlerisch wertvolles Gebäude handle.“

„Betza Helm“ – „Schduif“ – „Gschmaggl“

Unter diesen Namen kannte man in weitem Umkreis den Hausierer Wilhelm Betz aus Wildenstein. Sogar im „Bayrischen Wald“ war er bekannt. Dort wollte er z.B. nachmittags noch hingehen. Wenn er dann gefragt wurde, in welche Orte er da wolle, kam als Antwort: „Ha, Rauenstadt, Ketschenweiler, … .

Wilhelm Betz war ein schlanker, großer Mann mit Mütze, Pfeife, Rucksack, genagelten Schuhen, Gamaschen, Stock und Fahrrad. Er hatte eine Gehbehinderung. Einmal sagte er – natürlich im Dialekt - : „Wenn ich meine Füße mal wieder gewaschen habe, gehe ich wieder anders los.“

In den umliegenden Ortschaften verkaufte er Bürstenwaren, vor allem Schuhputzbürstchen. Wenn er in Waldtann nichts mehr zu verkaufen hatte, ging er in den Laden, kaufte ein und zeichnete dann anders aus.

Der „Schduif“ wusste, in welchen Häusern er einen Most oder auch etwas zu essen bekam und wo ihm etwas abgekauft wurde. Vielfach wurde den Kindern, die nicht artig waren, gedroht: „Wenn du nicht folgst, nimmt dich der „Betza Helm“ mit.“ So hatten die Kinder vor ihm Angst. Die größte Angst hatte jedoch der „Gschmaggl“ selbst. Wenn es dunkel wurde, hörte man ihn in Großenhub bereits laut singen, wenn er noch bei der Klinglesmühle war, oder wenn er von Matzenbach Richtung Wildenstein unterwegs war, hörte man ihn auch von weitem. Mit dem Singen bekämpfte er seine Angst.

Für sein Neujahrwünschen, das er bis zum Hafer säen erledigte, hatte er einen guten Plan, so dass er dadurch über viele Wochen hinweg einen Most und oft auch etwas Geld bekam. Abends ging er mit seinem Geldsäckchen dann in die Wirtschaft. Dort schüttete er das Geld auf den Tisch und die alte Frau Kreisel zählte es für ihn.

Wenn der „Schduif“ gegen Mitternacht auf der Langen Gasse in Richtung seiner Unterkunft ging, kam es vor, dass ihn ein junger Mann dadurch erschreckte, dass er sich mit einem Leintuch über dem Kopf dem ängstlichen Hausierer in den Weg stellte.

Text: Helmut Reuter

Synagoge in Unterdeufstetten

Die jüdische Gemeinde von Unterdeufstetten bestand vom 18. Jahrhundert bis 1912. Sie galt zeitweise als die ärmste jüdische Gemeinde Württembergs. Ihre Mitglieder lebten größtenteils vom Lumpensammeln, kleineren Tauschgeschäften oder Bettelei. Die ersten jüdischen Familien wurden 1713 in der Ziegelhütte aufgenommen; einen Höchststand erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner Unterdeufstettens im Jahr 1858 mit 65 Personen. Danach ging die Zahl kontinuierlich zurück; die letzten Einwohner jüdischen Glaubens wanderten nach dem Ersten Weltkrieg ab.

Die neue Synagoge wurde 1848/49 errichtet. Trotz guter Unterstützung blieben der Gemeinde nach dem Bau noch 1300 Gulden Schulden, weshalb eine Kollekte in ganz Württemberg stattfand, da die Unterdeufstettener Juden nicht einmal die Zinsen für diesen Betrag bezahlen konnten.

Nach der Auflösung der Gemeinde im Jahr 1912 wurden die Synagoge (heute Dinkelsbühler Str. 9), das Schulhaus und das Bad öffentlich versteigert. Die einstige Synagoge existiert, zum Wohnhaus umgebaut, nach wie vor.

Quelle: Wikipedia

„Bananen-Franz“ – legendärer Alleinunterhalter

Franz Müller wurde 1925 in Lautenbach geboren. Einige Zeit wohnte er auch in Neustädtlein. Er starb 1992 im Gasthaus Hirsch in Wildenstein. Aus dem Krieg kehrte er als „Kriegsversehrter“ zurück. Danach betätigte er sich als Obsthändler und mit seiner diatonischen Ziehharmonika als Alleinunterhalter.

Zunächst war er mit seinem Goggomobil unterwegs, das er oft komplett mit Obst beladen hatte. Sein Obsthandel brachte ihm auch den Namen „Bananen-Franz“ ein. Auf dem Crailsheimer Volksfest verkaufte er hauptsächlich Weintrauben, die es vor Jahrzehnten nicht das ganze Jahr über zu kaufen gab.

Bei Vereinsfeiern, Hochzeiten, usw. war der „Bananen-Franz“ fast nicht wegzudenken. Noten kannte er nicht: Neue Stücke spielte er nach Gehör und Gefühl.

Nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch seine Sprüche, war er bekannt und beliebt. Wer von den Älteren erinnert sich nicht an Aussprüche wie „Ich geh jetzt mal rum, ihr wisst schon warum“, „Beifall kann auch in flüssiger Form verabreicht werden“, „Ich mache jetzt eine Pause und in der Zwischenzeit unterhält euch der Ventilator.“ Zu vorgerückter Stunde schaltete er auch immer wieder mal seinen „Faulenzer“ ein.

Sein Lieblingsgetränk war Asbach-Cola.

Text: Helmut Reuter

Postkarten aus längst vergangenen Tagen

Eine Eisenbahn für Fichtenau

1904 hatte der Crailsheimer „Stadtschultheiß“ Sachs von einem Plan der Stadt Bopfingen gehört, eine Bahnlinie („Sechtatalbahn“) von Bopfingen über Unterschneidheim nach Tannhausen zu bauen. Er schlug nun vor, diese Bahn über Stödtlen, Wört, Unterdeufstetten, Matzenbach, Wildenstein, Neustädtlein, Marktlustenau, Waldtann und Goldbach bis nach Crailsheim zu verlängern, um damit die östliche Hälfte des Landkreises an das Eisenbahnnetz anzuschließen. Hugo Sachs, der gleichzeitig auch die Interessen des „Oberamtes“, also des damaligen Landkreises Crailsheim im Blick hatte, wandte sich mit einer Denkschrift an den Landtag des Königreiches Württemberg, weil dieser den Großteil des Baus hätte finanzieren müssen.

Herr Sachs wollte insbesondere die in den vier damaligen Fichtenauer Teilgemeinden „existierenden, mit Mann, Weib und Kind, Ross und Wagen jahraus, jahrein das Land durchziehenden Hausierhändler und deren Familien durch die Gelegenheit der Benutzung moderner Verkehrsmittel in nächster Umgebung und durch die Hebung der Industrie am Platze mehr sesshaft machen“. … Auch beklagte er, dass durch den fehlenden Eisenbahnanschluss jährlich große Summen verloren gingen, weil die benachbarten bayerischen Städte verkehrstechnisch besser zu erreichen waren. Er wies auch auf die sich negativ entwickelnde Situation der „Händler und Hausierer“ hin, die unter der Entwicklung des Eisenbahnwesens in ganz Deutschland leiden würden, weil es nicht mehr nötig sei, sich die Waren von den „Matzenbachern“ bis an die Haustüre liefern zu lassen.

Wie wir alle wissen, wurde die Bahnlinie Bopfingen-Crailsheim u.a. wegen der Problematik der Überwindung der europäischen Hauptwasserscheide nicht gebaut und Fichtenau hat heute immer noch keinen Eisenbahnanschluss.

Text und Denkschrift erhalten von Dr. Oliver Kuß.

Martin Güttler – Heilpraktiker

Martin Güttler wurde ca.1860 in Obersontheim geboren und heiratete nach Wildenstein. Dort wohnte er mit seiner Familie im heutigen Promenadenweg (Haus Karl Sperr) und betrieb eine kleine Landwirtschaft. Er hatte auch ca. 12 Schafe, weshalb man ihn den „Schäfer“ nannte. Weil er sich über die Gesundheit viele Gedanken machte und er auch ein „schlaues Buch“ hatte, kamen viele Leute zu ihm, wenn Tiere oder später auch Menschen ein gesundheitliches Problem hatten. Er wollte z.B. nicht, dass seine Enkelinnen im Sommer barfuß liefen. So erklärte er ihnen, dass der Sand draußen warm sei und sie im Haus auf den kalten Plattenboden kamen. Die Füße würden so etwas nicht vertragen. Seine Enkelinnen waren es auch, die ihm mit dem Fahrrad aus der Apotheke in Dinkelsbühl allerlei Flüssigkeiten holen mussten. Einmal ging es dann Apotheker Goderbauer richtig schlecht, weil ihn eine heftige Grippe plagte. So kam er zu seinem Freund Martin Güttler nach Wildenstein und sagte: „Martin, jetzt musst du mir was geben. Du bist meine letzte Rettung!“ Der Bauer konnte nicht verstehen, dass ausgerechnet ein Apotheker ihn um Hilfe bat, hatte dieser ja alle Mittelchen im Haus. Weil sich Herr Goderbauer nicht abweisen ließ, bekam er schließlich doch etwas zum Einnehmen und er wurde wieder gesund. Während dem 3. Reich wurde Martin Güttler zweimal angezeigt, weil die Homöopathie verpönt war. Tatsächlich kam die Gestapo zu ihm ins Haus und fragte, was er denn da mache. Er erklärte daraufhin, dass ihm sein Sohn geschrieben habe, dass alle seine Kameraden Durchfall hätten und er doch wisse, was man da geben kann. So blieb der Naturheiler von einer Strafe verschont. Oft empfahl er für ein Leiden einen speziellen Tee. Weil auch die Besitzer der Bekleidungsmanufaktur Bleyle, die sich zur Sommerfrische in der Pension „Friedrichsruhe“ aufhielten, zur vollsten Zufriedenheit behandelt wurden, bekamen die Enkelinnen daraufhin zwei ganz tolle Kleider zugeschickt.

Martin Güttler starb Anfang der 50er Jahre im damals fast biblischen Alter von über 90 Jahren.

Text: Helmut Reuter

Friedrich von Praun

Friedrich von Praun wurde am 21. Juli 1888 in Hersbruck geboren. Das Seckendorff-Schloss in Unterdeufstetten ist das Elternhaus seiner Frau. Friedrich von Praun war der erste Leiter der evangelisch-lutherischen Landeskirchenstelle in Ansbach. Da er offensiv den Hitlergruß verweigerte und sich entschieden auf die Seite der bekennenden Kirche stellte, bekam er Probleme. Sein Fall wurde schließlich vor dem Volksgerichtshof in Berlin unter dem berüchtigten Richter Roland Freisler verhandelt. Seiner Frau Irene, die ihn vorher nochmal im Gefängnis besuchte, sagte er, dass das wohl die Todesstrafe für ihn bedeute. Am Tag nach der Verhandlung war er tot. Das Gericht gab „Selbstmord“ als Todesursache an. Sein Tod ist aber nicht wirklich geklärt. Man kann jedoch sagen, dass er wegen seiner kritischen Haltung zum 3.Reich Opfer des Nationalsozialismus wurde.

Friedrich von Praun ist auf dem evangelischen Friedhof in Unterdeufstetten im Grab der Seckendorffs beigesetzt. Seine Frau ließ ein Denkmal errichten. Es steht am Waldrand links von der Einfahrt zum Wertstoffhof.

Der Turn-Verein Unterdeufstetten hat Herrn Friedrich von Praun am 6. März 1927 zum Ehren-Mitglied ernannt.

Dr. Hasso von Haldenwang, ein entfernter Verwandter von Friedrich von Praun, hat ein Buch über ihn geschrieben.

Schriftsteller Erich Wappler

Erich Wappler stammte aus Sachsen und kam Anfang der 60er Jahre nach Wildenstein. Dort wohnte er im Kappelbusch. Er hatte kein Auto und war deshalb viel zu Fuß unterwegs. Sein großes Interesse galt der Natur. Der hohenlohische Dialekt war für den Sachsen ungewöhnlich und so hatte er immer wieder Probleme mit der Verständigung. Wenn er auf seinen Spaziergängen an einem Haus vorbeikam, mit dessen Bewohnern er sich angefreundet hatte, suchte er diese auf und meist kam dann die Bemerkung: „Habe wieder so ein Wort gehört, dessen Bedeutung ich überhaupt nicht verstehe.“ Natürlich wurde es ihm dort erklärt.   Beruflich beschäftigte sich Erich Wappler mit der Schriftstellerei. Bereits im Alter von 13 Jahren war es zu seiner ersten Gedichtveröffentlichung gekommen; mit 18 erschien seine erste Gedichtsammlung.  Er arbeitete für verschiedene Zeitungen. In seiner Wildensteiner Zeit schrieb er für das Hohenloher Tagblatt und dabei speziell für den Frankenspiegel. Bekannt sind vor allem sein Gedichtband „Silberseiler“ und das Kinderbuch „Oberich und seine Papse“.

Text: Helmut Reuter

Den Schalk im Nacken

Auf dem Gelände der heutigen Apotheke saßen mitunter bereits morgens der „Schäfers Michl“ , der „Sengers Guschdl“ und der „Pfisterers Schorsch“ auf der kleinen Mauer. Obwohl sie wahrlich keine Jünglinge mehr waren, hatten sie allerlei Blödsinn im Kopf. Als der kleine Helmar eines Tages auf dem Weg zur Schule war, sagten sie ihm, dass er wieder heimgehen könne, weil der Lehrer an diesem Tag schlachten würde. Helmar glaubte es ihnen und er drehte wieder um und ging nach Hause. Die Haushälterin Else wunderte sich und ließ sich erklären, warum Helmar wieder heimkam. Sie wusste auch, dass Helmar eine Lehrerin hatte und dass das mit dem Schlachten ohnehin nicht sein könne. Also begleitete sie den Jungen zur Schule. Ein anderes Mal kam der kleine Helmar wieder bei den drei Schlitzohren vorbei. Diesmal sagten sie ihm, dass er gar nicht zur Schule müsse, weil er sowieso gescheiter sei, als der Lehrer. Helmar glaubte den Männern natürlich und machte sich auf den Heimweg. Wieder musste Else eingreifen und Helmar zur Schule bringen.

Text: Helmut Reuter

Dialekte in Fichtenau – von Hasso von Haldenwang

In dem überschaubaren Dörfchen Wildenstein, heute zur Gesamtgemeinde Fichtenau gehörend, im äußersten Nordosten Württembergs, besteht noch immer eine echte Dialektgrenze zwischen dem Hohenlohe-Fränkischen und dem Schwäbischen. Die „Urbevölkerung“, zumeist reformierte Bauern und Handwerker, pflegten das Fränkische. So verhält es sich beispielsweise in den westlich von Wildenstein gelegenen Orten Gunzach, Großen- und Wäldershub, und dem nordöstlichen Rötlein. Im südlichen Teil von Wildenstein lebten hingegen überwiegend katholische Händler, die fast ausnahmslos schwäbisch sprachen. Dies galt etwa für die südlich und südöstlich gelegenen Nachbarorte Matzenbach und Unterdeufstetten, teilweise auch für Lautenbach.

Wie vielerorts hatte der niedere Adel nach dem 30jährigen Krieg “allerlei fremdes Volk“ in den nahezu verödeten Dörfern angesiedelt. Dabei handelte es sich um heimatlos gewordene Opfer des verheerenden Krieges, die mehrheitlich aus dem Schwäbischen stammten. Dies geschah zur Schaffung von „Einnahmequellen“, weil die neuen Siedler jährlich „Schutz-“ oder „Kopfgeld“ an die Herrschaft entrichten mussten. Da diese Zuwanderer lediglich ein winziges Häuschen, aber kein zu bewirtschaftendes Land erwerben konnten, blieb ihnen nichts übrig, als den Lebensunterhalt im Tagelohn und mit Hausierhandel zu bestreiten. Neben selbstgefertigten Bürstenwaren und Holzarbeiten vertrieb man Textilien, Galanterieartikel, Steingut und Ähnliches in der näheren Umgebung, reiste aber zum Verkauf auch mit Planwagen bis ins Elsass, nach Tirol und selbst nach Ostpreußen. Um die wichtigsten Informationen vor Unkundigen geheim zu halten, bediente man sich unterwegs (uf dr Rois), aber auch im Alltag einer Sondersprache (Geheimsprache), dem sogenannten Jenischen (Rotwelsch-Dialekt), das man vielerorts im gesamten deutschsprachigen Raum mit oft erheblichen Unterschieden findet. Bemerkenswert ist, dass es sich dabei nicht um eine „Sprache“ im eigentlichen Sinn handelt, sondern dass einzelne Worte (Lexeme) durch Begriffe ersetzt werden, die sich dem Uneingeweihten nicht erschließen. Als Spendersprachen gelten vor allem Hebräisch, Jiddischdeutsch, Romani-Dialekte (Manisch), Sintes, aber auch Französisch und Italienisch. Selbst slawische Wurzeln sind bezeugt. Schon vor 500 Jahren sind im liber vagatorum (1510) ähnliche Wortformen verzeichnet. Als Warnung vor anrückender Polizei forderte man den Kollegen beispielsweise wie folgt zum eiligen Verschwinden auf: „Fiesel natsch, d′Gliste tschefft!“ Obwohl man viele Begriffe auch in der Alltagssprache benutzte, ist diese „Kunstsprache“ heute leider fast ausgestorben.

Bau ehemaliges Grundschulgebäude - heute MediKult

  • Verantwortlich: Bürgermeister Xaver Blank
  • Das Gelände wurde durch einen Grundstückstausch von Baronin von Praun, Gutsherrschaft Schloss Unterdeufstetten, zur Verfügung gestellt.
  • Ausschreibung der Vergabe der Bauarbeiten am 12. November 1960
  • Rohbau im Frühsommer 1961
  • Richtfest am 25. August 1961
  • Zur Einweihung am 20. Oktober 1962 luden Bürgermeister Xaver Blank und Rektor Walter Unzeitig ein. Nach dem Programm schloss sich ein „Gemütliches Beisammensein“ im „Gasthaus Grüner Baum“ an.
  • „Christoph-von-Pfeil-Schule“ wurde sie vor allem deswegen genannt, weil Christoph von Pfeil als Schlossherr mehr als 200 Jahre zuvor die erste Schule für beide Konfessionen in der Gemeinde Unterdeufstetten eingerichtet hatte.
  • Eintrag des Bürgermeisters in ein von ihm angelegtes Album: „Italienische und spanische Fremdarbeiter halfen unser Schulhaus zu bauen.“

Text: Helmut Reuter

Vielen Dank an Martha Reinfelder für das zur Verfügung gestellte Fotobuch zum Schulhausbau.

Bau der Turnhalle mit Lehrschwimmbecken in Unterdeufstetten

Beim Jahresausblick auf 1963 (also inzwischen vor 60 Jahren) erwähnte Bürgermeister Xaver Blank, dass im Herbst mit dem Bau einer Turnhalle mit Lehrschwimmbecken begonnen werde solle. Für eine halbe Million DM sollte eine „Halle mit einer reinen Größe von 12 auf 24 m, dazu mit Bühne und Nebenräumen, das Bad darunter mit einer Beckengröße von 6 auf 12,5 m gebaut werden.“ Gedacht war an eine Benutzung nicht nur für Schüler, sondern auch für die Bürgerschaft der Gemeinde und vielleicht des ganzen oberen Bezirks.

Am 06.07.1964 wurde Richtfest gefeiert. Dann sollte ein Tank mit 40000 Liter Fassungsvermögen eingebaut werden, aber ein Kran der Bundeswehr musste aufgeben, weil der Tank zu schwer war. Schließlich luden Bürgermeister Xaver Blank und Rektor Walter Unzeitig für den 5. Dezember zur Einweihung ein. Als Gast war u.a. der Finanzminister des Landes Baden-Württemberg, Dr. Hermann Müller, anwesend. Der Bürgermeister äußerte bei seiner Ansprache den Wunsch, dass 98% der Schüler die Schule als Schwimmer verlassen. Außerdem bezeichnete er diese Sportstätte „als beste Apotheke für die Jugend und die Erwachsenen im Ort.“

Text: Helmut Reuter

Vielen Dank an Martha Reinfelder für das zur Verfügung gestellte Fotobuch zum Turnhallenbau.

„Gute Geister“

Wer Edeltraud Höhl, geborene Störrle, kennt, schätzt sie als normale, nette, bodenständige und vernünftige Frau. Sie hatte beim Notar in Wildenstein gelernt und arbeitete Ende der 40er Jahre für einige Zeit im Schloss in Unterdeufstetten. Ihr Arbeitsplatz befand sich im Rittersaal. Dort stand nur ein großer Tisch und an den Wänden hingen große Bilder.                                                                      

Eines Tages hatte Frau Höhl ihre Schreibsachen auf dem Tisch ausgebreitet. Doch plötzlich war alles weg. Der Tisch war leer. Niemand außer ihr war im Raum und die Fenster waren geschlossen. Als sie ein Fenster öffnete und in die Tiefe schaute, konnte sie auch nichts erkennen. Frau Höhl bekam panische Angst und berichtete den Vorgang der hinzukommenden Baronin. Diese redete jedoch ganz beruhigend auf sie ein: „Das ist nicht schlimm. Da sind die guten Geister da gewesen. Die machen nichts. Die kommen wieder und dann ist alles wieder da.“ Frau Höhl traute sich nicht mehr aufzustehen. Kurze Zeit darauf kam trotz geschlossener Fenster plötzlich ein Luftzug – wie ein Wind – und ihre Schreibsachen lagen wieder auf dem Tisch.     

Frau Höhl hatte ca. 6 Wochen gern im Schloss gearbeitet, aber dieses Ereignis war ihr zu viel. Weil ihre Angst zu heftig war, beendete sie die Arbeit für die Baronin. Als Dank bekam sie das hier abgedruckte Gemälde des Schlosses geschenkt.                   

Text: Helmut Reuter

Weise Festmoden

Der Familienbetrieb siedelte von Sindelfingen nach Wildenstein über. 1960 haben Harry Weise und seine Frau Gisela ein Grundstück in Wildenstein gekauft und Bürgermeister Lindner hat 10 Arbeitskräfte zugesagt. Anfangs wurden neben Bestattungswäsche (Zudecken und Hemden) Brautschmuck, Brautschleier und Kommunionkränze gefertigt. Damals hörte man gelegentlich den Spruch: „Jeder Tote geht auf die Reise mit einem Totenhemd von Weise.“                                                                                                                                           

1970 arbeiteten ca. 59 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (samt Heimarbeiterinnen) bei der Firma. Die auswärtigen Mitarbeiterinnen wurden morgens mit einem VW-Bus zuhause abgeholt und abends wieder heimgebracht. Diese Arbeitsplätze waren vor allem für die Frauen in und um Wildenstein ein Segen. Um das Jahr 2000 waren sogar etwa 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wildenstein beschäftigt. Stets wurde ein besonderes Augenmerk auf die Ausbildung gelegt. Schon bald wurde im Chiemgau für alle Betriebsangehörige eine Ferienwohnung gemietet, die allen unentgeltlich zur Verfügung stand.  Dass die Mitarbeiterinnen am Betriebsgewinn beteiligt wurden, war auch eine Besonderheit. Als Models dienten vielfach hübsche Mädchen aus der Fichtenauer Grundschule und attraktive Mitarbeiterinnen.          

In ihrer Glanzzeit beteiligte sich Weise Festmoden sogar an 3 Modenschauen in Moskau. Einige Zeit wurde mit dem Motto geworben: „Schicke Muster, gute Preise, findet immer man bei Weise.“  

Zusammengestellt von Karlheinz Fohrer und Helmut Reuter

„Fichtenauer Persönlichkeiten“ bei der Investitur von Pfarrer Fliege

Wer erkennt diese Leute?     

oben: Helmut Fuchs, Dieter Wolf, Dr. Alois Sikora, Pfarrer Martin Schilling, Franziska Meiser

unten: Rektor Walter Unzeitig, Edmund Ebert, Pfarrer Ralf Grassel, Alfred Blank

Bei dem Bild untern rechst handelt es sich um Dekan Hengler und somit um keinen Fichtenauer.

FC Matzenbach

Der 1949 gegründete Fußballclub Matzenbach spielte zunächst in der C-Klasse Hohenlohe, hat es aber sogar bis zur Landesliga geschafft. Gern erinnert man sich an Edmund Ebert, an den „Daal-Kaarl“, an die „Berliner Schnauze“ Peter Sohr, an Hans Greb, an „Monde“, an „Bella“, an Kiechèle“ und wie sie alle hießen, deren Namen man eng mit dem FCM verbindet. Auf den Matzenbacher Fußball angesprochen, erinnern sich die auswärtigen Kicker stets an das gefürchtete „Matzenbacher Waldstadion“. Der Natursandplatz lag im Wald Richtung Breitenbach und die Kinder hatten an dem großen „Sandkasten“ bestimmt mehr Freude, als der Großteil der auswärtigen Kicker. Weil er die Platzverhältnisse gewohnt war, hatte der FCM stets einen richtigen Heimvorteil.

Legendärer Schnitzer Franz Böhm

Franz Böhm wurde 1924 in Oberfröschau in Mähren / Tschechoslowakei, nahe der österreichischen Grenze, geboren. 1947 kam er als Heimatvertriebener nach Krettenbach. Dort waren auch seine Eltern untergekommen und seine sechs Geschwister fanden dann alle in der näheren und weiteren Umgebung eine neue Heimat. In Wildenstein lernte er Alma Müller kennen. Sie heirateten 1950.

Ab Ende der vierziger Jahre bis zu seiner Frühberentung arbeitete er als gelernter Schreiner bei der Fa. Speer&Gscheidel in Crailsheim. Franz Böhm starb am 31.Januar 1989. Über Wildenstein hinaus wurde er durch seine Holzschnitzereien bekannt.

Er war auch ein guter Beobachter, begabter Zeichner und Maler, widmete sich aber fast ausschließlich dem Schnitzen. Zuerst wurden nur nähere Bekannte und Verwandte auf seine Arbeiten aufmerksam. Besonders Tiere, landwirtschaftliche und jagdliche Motive waren sein Metier. Im Laufe der Zeit wurden seine Schnitzereien durch Mund-zu-Mund-Werbung und Empfehlungen begehrte Geschenke zu vielerlei Anlässen.

In den Sechziger - und Siebzigerjahren wurden auch viele amerikanische Soldaten, die in Crailsheim stationiert waren, auf seine Schnitzkunst aufmerksam. Oft konnte er gar nicht alle ihre Bestellungen erfüllen. Besonders beliebt waren als "Souvenir" Langholzwagen, typische landwirtschaftliche Wagen, bespannt mit Ochse und Pferd, beladen mit einem Güllefass und einem kleinen Holzschild mit einem Ortsnamen aus der Gegend, das am Wagen baumelte. Das geflügelte Wort der amerikanischen Kunden dafür war "Scheißwagen mit Kuh". Viele Arbeiten mit hohenlohisch-fränkischen Ortsnamen haben so den Weg über den Großen Teich in die USA gefunden.

Auch Jagdzimmer, Gewehrschränke und Gewehrschäfte sind von ihm mit Jagdszenen verschönert worden. Seine große Motivvielfalt kann ich hier gar nicht vollständig wiedergeben. Es ist so im Laufe seines Lebens eine riesige Zahl von Schnitzwerken entstanden und wurde über viele Orte und Länder verteilt.

Franz Böhm konnte bis kurz vor seinem Tod seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und er hatte bis zuletzt viele begeisterte Kunden.

Text von Sohn Robert Böhm; gekürzt von Helmut Reuter

„Kimmicher“

Kümmel wird im Schwäbischen „Kimmich“ genannt. Bäcker Maier im Rössle in Unterdeufstetten war für seine „Kimmicher“ bekannt. Ältere Unterdeufstetter schwärmen heute noch davon. Falls mal jemand versuchen möchte, solche zu backen, kann man unter www.gutekueche.de/kimmicher-rezept-16898 ein Rezept finden.                                                                                                                                         

Weitere Bäckereien in Unterdeufstetten waren die Bäckerei Marschalk (früher Hager und Wiedemann) in der Nähe des oberen Schulhauses und die Bäckerei Schroth (früher Friedrich und Kiehn) in der Kapellenstraße.

Rudolf Kramer

Rudolf Kramer war der Sohn des bekannten Wundarztes Johann Kramer, über den im Buch „500 Jahre St. Anna Kirche Bernhardsweiler“  u.a. eine lustige Anekdote über eine ganz spezielle Operation veröffentlicht wurde. Über Rudolf Kramer sprach man zwar als Doktor Kramer, aber er war lediglich Heilpraktiker. Sein Wissen bezog er hauptsächlich durch Informationen von seinem Vater. Neben dem Umtreiben seiner Landwirtschaft half er zahlreichen Leuten bei gesundheitlichen Problemen. Die Patienten kamen nicht nur in sein Praxisstüble in Bernhardsweiler, er fuhr anfangs auch mit seiner Pferdechaise nach Crailsheim, besuchte Patienten in Schnelldorf und in dem Gebiet bis hinter Feuchtwangen. Später ließ er sich von seiner Schwiegertochter Hilde in einem der ersten Autos in der Gegend chauffieren. Die Pulver und Tinkturen mischten er und seine Frau selbst. Wie geschickt Rudolf Kramer klaffende Wunden nähte, kann seine Enkelin Trudl heute noch an ihrem Daumen zeigen.  Einmal kam ein Patient und wollte sich einen ganz bestimmten Zahn ziehen lassen. Er ließ sich von Rudolf nicht davon überzeugen, dass der Zahn daneben gezogen werden müsste. Also schritt Rudolf zur Tat. Am Tag darauf kam der Patient nochmal, um sich doch den Zahn ziehen zu lassen, den Rudolf schon tags zuvor als Schmerzverursacher ausgemacht hatte. Rudolf starb 1954. Manche Patienten kamen nach Rudolfs Tod noch einige Zeit zu seiner Frau, um ihre Mittelchen zusammenrichten zu lassen.

Text: Karlheinz Fohrer und Helmut Reuter nach Informationen der Enkelin

Hilde Kramer, geb. Meiser

Hilde stammte aus der Gastwirtschaft Meiser in Neustädtlein. Musik gehörte zu ihrem Leben. In ihrer Jugendzeit arbeitete sie mit in der dazugehörenden Landwirtschaft. Da konnte es schon vorkommen, dass sie mit ihren Brüdern Fritz und Arthur beim Mistaufladen war. Dann kam die Anweisung vom Vater, dass seine Kinder sich umziehen sollen, weil in der Wirtschaft Gäste waren, die ihre Musik hören wollten. Also spielte Hilde Klavier, Fritz den Kontrabass und Arthur Saxophon. Nach ihrer Heirat 1937 lebte sie in Bernhardsweiler. Dort hat sie für die große Verwandtschaft viel gekocht. Außerdem war sie mit ihrem Opel P 4 ständig Chauffeur für ihren Schwiegervater, den Heilpraktiker Rudolf Kramer. Auch wurde sie vielfach mit Krankenfahrten beauftragt. Das war während dem 2. Weltkrieg vor allem nachts nicht einfach. Einmal sollte Hilde eine Frau aus Röthendorf zur Entbindung ins Krankenhaus bringen. Sie kamen jedoch nicht weit. Bereits in der berüchtigten „Zündappkurve“ war das Kind schon da, und es konnte wieder nach Hause gehen. Bis ins hohe Alter kochte Hilde in der späteren Tanzmetropole in Neustädtlein das Essen, welches von den Gästen sehr geschätzt wurde.

Text: Karlheinz Fohrer und Helmut Reuter nach Informationen der Tochter

Pension Friedrichsruh

Als die Eheleute Fritz und Lina Brümmer, geb. Ohr, in den 1920er Jahren das Gelände einer ehemaligen Sandgrube bei Wildenstein kauften, um dort zu bauen, wurden sie für verrückt gehalten. Es war ein großes Risiko und bedeutete hohe Schulden. Bald kamen jedoch die Neider, weil die Brümmers im Jahre 1928 tatsächlich dort zu bauen begannen und sie alles einfach klug anstellten. 1929 kamen die ersten Gäste. Zuerst waren es Bekannte, aber durch persönliche Empfehlungen, vor allem wegen der guten Köchin, wuchs die Zahl der Gäste rasch an. Obst und Gemüse bauten sie selbst an oder bezogen es von Wildensteinern. 1968 übernahmen Tochter Lotte und deren Mann Arthur Meiser die Pension. Von April bis Oktober kam es in 40 Gästebetten zu ca. 4000 Übernachtungen. Arthur war Hausmeister, Fahrer und Spätzlemacher. Lotte kochte ein vorzügliches Essen: Lendchen und Rinderbraten mit Rahmsoße, Rehbraten, Kassler, … Im Herbst gab es Pilzgerichte mit Pilzen aus der Umgebung. Um 18 Uhr gab es Abendessen und danach kehrte bald Ruhe im Haus ein.     Erzählt wird vom Zwetschgenfest und vor allem von den legendären Heidelbeerkuchen. Hochinteressante Gästebücher zeugen von vielen Gruppen, hochrangigen Geschäftsleuten, vielen Privatleuten, aber auch von Behindertengruppen. Ein überaus herzliches Verhältnis zwischen den Familien Brümmer, Meiser und ihren Angestellten und den Gästen trug auch dazu bei, dass es überaus viele Stammgäste in der Pension Friedrichsruh gab.

„Hopfè zopfè“

Nach dem 2. Weltkrieg waren von Ende August bis in den September hinein viele Leute aus dem heutigen Gemeindegebiet Fichtenau in den großen Hopfenanbaugebieten unterwegs, um sich durch Hopfenpflücken Geld zu verdienen. Wer kennt nicht den Spalter Hopfen, Hopfen aus der Hallertau oder gar aus der Gegend von Tettnang? Teilweise machten sich ganze Familien auf den Weg in diese Gebiete. Geschlafen wurde vielfach in Heu und Stroh und oft brachten die Hopfenpflücker deswegen auch gewisse kleine Tierchen mit nach Hause. Etwa drei Wochen lang galt es damals für die Erntehelfer, von Tagesanbruch bis zur Abend- dämmerung möglichst viele der Dolden von den Stöcken in die Körbe zu „blodn“. Weil der Hopfen recht rauh war, litten zum einen die Fingernägel darunter und man musste langärmlige Kleidung oder Stulpen über die Unterarme tragen. Für einen Korb mit 6 Pfund Hopfen gab es um 1950 45 Pfennige. Eine gute „Zopferin“ brachte es am Tag auf bis zu 10 gefüllte Körbe. Der gute Verdienst war wichtig. Manche sprechen von karger Verpflegung, andere sagen, dass mittags sehr gutes Essen in großen Behältern mit dem Kuhfuhrwerk oder auch schon mit dem Traktor auf das Hopfenfeld gebracht wurde. Oft war das Wetter unwirtlich, dennoch war der „Akkord“ noch stressfrei, und meist herrschte eine gemütliche Stimmung im Hopfengarten. Mitunter wurde gesungen …      

Spruch aus der damaligen Zeit:

Hopfè zopfè; Geeld verklopfè

Lais hamdroochè, …

Vor allem Frauen, die über 80 Jahre alt sind, können allerlei Geschichten darüber erzählen. Sprecht sie doch mal darauf an!

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Gesprächen mit mehreren „Zopfern“

Familie Elsa und Hans Müller bei Hopfenernte

Bereits mit 10 Jahren war Elsa Hofmann (Jahrgang 1932) zum ersten Mal beim „Hopfenzopfen“. Nach dem 2. Weltkrieg war sie als junge Frau in Spalt eine sehr geschätzte „Hopfenzopferin“. Zum Abschluss der Hopfenernte wurde ein großes Fest gefeiert und Elsa wurde dabei einmal sogar zur Hopfenkönigin gekrönt. Nachdem sie ihren Hans geheiratet hatte, ging es mit Mann und drei kleinen Kindern mehrere Jahre zur Hopfenernte nach Siggenweiler bei Tettnang auf ein großes Hopfengut. Ein Herr Hartmannschott aus Unterdeufstetten warb die Pflückerinnen an und das Busunternehmen Schultes aus Matzenbach brachte sie Mitte August im vollbesetzten Bus Richtung Bodensee zum Hopfengut. Übernachtet wurde in einem großen Raum in einer Art Scheune in Doppelstockbetten. Morgens nach dem Frühstück ging es jeweils mit dem „Bulldog“ auf das Hopfenfeld. Für ein „Simmeri“ Hopfendolden gab es ein Märkchen. So wurde die Arbeit abgerechnet. Die Arbeit wurde gut bezahlt und nach der Ernte konnten z.B. Winterbekleidung für die Kinder und Holz und Kohlen gekauft werden. Busfahrt, Unterkunft und Verpflegung waren frei.  Zum Mittagessen gab es auf dem Feld meist eine Art Eintopf und zum Abendessen oft Kartoffeln mit Butter. Zu trinken gab es Tee und Most. Die Kinder freuten sich, wenn vormittags der Bäcker kam, denn da gab es für sie häufig ein süßes Stückchen. Am Sonntagmorgen wurde gearbeitet. Danach konnte ein Vorschuss geholt werden und nachmittags ging es häufig an den nahegelegenen Bodensee. Auch nach über 60 Jahren erinnern sich Elsa und ihre Kinder noch sehr gern an diese Zeit.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach einem Gespräch mit Elsa Müller

Schulhaus Wäldershub

791 richtete die damals zuständige Pfarrei Weidelbach in Wäldershub eine Schule ein. 1804 bis 1805 kam es zur „Huber Schulklagsach“, weil die auf der Schlossseite ansässigen Bewohner ihre Kinder auch in die ortseigene Schule schicken wollten. Für diese war jedoch die Weidelbacher Pfarrei nicht zuständig und die Wildensteiner Pfarrei reichte dagegen Klage ein. Schließlich wurde entschieden, dass die Kinder bis zum Alter von 9 Jahren die Schule in Wäldershub besuchen durften. Ab 1810 gehörte der ganze Ort zur Pfarrei Wildenstein und die Schule wurde geschlossen. In den Jahren 1913 bis 1915 wurde trotz des Widerstands des Wildensteiner Teilgemeinderats für die evangelischen Kinder der Ortschaften Wäldershub, Großenhub und der Völkermühle wieder eine Schule errichtet. Diese wurde zur Zeit des Nationalsozialismus auch für die katholischen Kinder der Großenhuber Schüler zuständig, da die dortige Schule geschlossen wurde. Im Wäldershuber Schulhaus wurden bis Anfang der 70er Jahre Schüler unterrichtet.  Teilweise geschah dies einklassig, teilweise zweiklassig.

Zusammenstellung von Helmut Reuter unter Mithilfe von Wolfgang Lober.

Ehemalige Kleinbetriebe und Berufe in Wäldershub

Wäldershub war in der Vergangenheit stark landwirtschaftlich geprägt, aber es gab auch unterschiedlichstes Handwerk und Gewerbe. Simon Utz betrieb um 1730  auf dem Wehrhäusle eine Salpetersiederei  und es gab den Schlossbäcker Georg Schenk. Um 1799 wird von Bäcker Bartelmäs im Weiler Wäldershub berichtet. Er besaß auch zwei Sandgruben und einen Steinbruch. Auf dem heutigen Anwesen Früh in der Ziegelstraße verdiente um 1850 eine Familie Merkle ihr Geld mit der Herstellung von Ziegeln und ein Österlein im heutigen Anwesen Köhler war Salzhändler. Um 1903 stellte Karl Österlein Essig her und später war Fritz Österlein der Inhaber einer Küferei. Mit Kolonialwaren und Lebensmitteln von A&O versorgten Mina und Luise Herderich ihre Mitbürger.    Karl Riedmüller war Wagner, Julius Gaukler Siebmacher, Karl Wörsinger und später Fritz Vogel waren Rechenmacher und Reinhold Hertfelder war der Brauer im Schloss. Alfred Herderich hatte ein Malergeschäft und bei Karl Wörsinger befand sich eine Zweigstelle der UJAG. Karl Rögelein und Heinz Herderich führten eine Schreinerei und Willi Köhler und Friedrich Neuppert waren Schuster.

Zusammengestellt von Helmut Reuter nach Unterlagen von Wolfgang Lober

Bader Weber

Vor über 130 Jahren suchte Unterdeufstetten in der Augsburger Abendzeitung einen approbierten (staatlich anerkannten) Bader. So kam Wilhelm Weber, der seine Ausbildung in München absolviert hatte, 1892 aus Mönchsdeggingen nach Unterdeufstetten. Die Bürger von Unterdeufstetten und Umgebung konnten sich über einen Bader mit „tadellosem Betragen und sehr gutem Leumund“ freuen, nachdem der „seitherige Heildiener ein leichtsinniger Kamerad“ war. Wilhelm Weber praktizierte zunächst in einem Haus gegenüber der evangelischen Kirche, ehe er – nach einigen Wohnungswechseln – schließlich das Haus erwarb, in dem die ehemalige Judenschule untergebracht war. Sein Enkel wohnt heute in diesem Haus unterhalb des Schlosses. Zu dieser Zeit machte der Bader kleine chirurgische Eingriffe und er zog Zähne. Außerdem war er für das Haareschneiden und Bartscheren zuständig. Großenteils war er mit seinem Rucksack auswärts unterwegs. Sein Sohn war dann Anfang der 40er Jahre eigentlich reiner Herrenfriseur, aber viele waren es einfach gewohnt, bei gewissen Problemen zu ihm zu gehen. 1975 übernahm dann sein Enkel Willi den Friseursalon, den er bis zum Rentenalter betrieb. Zähne gezogen hat Willi nicht mehr, obwohl er die Werkzeuge dazu noch besitzt.

Text: Helmut Reuter mit Unterstützung von Willi Weber

Dorfschmieden

Die Schmiedekunst ist eines der ältesten Handwerke. Schmiede waren auch in den kleineren Ortschaften gefragte Leute. Sie verrichteten die Arbeit eines Hufschmieds; sie arbeiteten als Beschlagschmied für Wagen und Ackergeräte; auch Arbeiten als Schlosser und zur Werkzeugherstellung gehörten zur Arbeit eines Dorfschmieds. Vielfach schmiedeten sie Schaufeln, Hacken, Schnaber und dergleichen. Später hielten sie auch landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen instand. Zur Umformung des Eisens gehörten in erster Linie Esse, Amboss und Hammer.

Text: Helmut Reuter, nach Absprache mit Hermann Ohr

Pfarrer Ralf Grassel

Pfarrer gab es in Fichtenau die vergangenen Jahrzehnte die unterschiedlichsten Charaktere. Einer davon war Ralf Grassel. Als Keyboarder bildete er zusammen mit seinem Trommler Roland Kuss die RaRo-Band. Helmut Schwarz schrieb ihm bei einer Veranstaltung folgenden Spruch auf eine Karte: „Ein Mann, der einmal Pfarrer ward, dem schien das Leben gar zu hart, drum kaufte er sich ein Organon – das hat er nun davon.“ Diese Karte legte der Pfarrer daheim in seinen Schreibtisch. Als die Haushälterin, der das Hobby ihres Pfarrers gar nicht gefiel, diese Karte in die Hand bekam, regte sie sich tierisch darüber auf. Sie interpretierte nämlich das „ward“ nicht als „wurde“, sondern als „war“. Sie war der Meinung, dass es wegen seinem Lebenswandel Leute gab, die der Meinung waren, dass er Pfarrer „war“.  - Weiterhin Musik gemacht hat Ralf Grassel dennoch. (Wie er sich wegen diesem Vorfall über seine Haushälterin äußerte, wird hier nicht verraten.)

Text: Helmut Reuter

Zwei „Engel“ in Wildenstein

Hebamme Elfriede Vogt und Gemeindeschwester Rosa Engelhardt wirkten viele Jahre segensreich in Wildenstein und Umgebung. Nicht nur den älteren Mitbürgern sind sie sehr positiv in Erinnerung.

Schwester Rosa war Diakonisse und betreute 28 Jahre lang die Menschen in Wildenstein, in Steinbach/Wald, in den 3 Weilern, in Rötlein, Bernhardsweiler und Neustädtlein. Man traf sie nur mit ihrer Haube an. Als sie mal in einen Autounfall verwickelt wurde, habe sie angeblich zuerst danach geschaut, dass sie ihre Haube wieder richtig auf den Kopf bekam. Zuerst hat sie bei den Familien Kilian und Hammer gewohnt, bevor sie im bereits fortgeschrittenen Alter eine Wohnung im ev. Gemeindehaus bezog. Rosa wird als „wertvolle“, „herzensgute“ und „im Glauben verwurzelte“ Frau geschildert, die zu jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz war. Sie kam – zunächst mit dem Fahrrad, dann mit dem Mofa und schließlich mit ihrem VW-Käfer -mit ihrer Praxistasche und dem Gesangbuch. Sie las aus der Bibel vor und hat mit den Leuten gesungen und gebetet. Die ganze Nacht betreute sie Sterbende; sie richtete Tote und kümmerte sich liebevoll um die Hinterbliebenen. Nichts war ihr zu viel. Sie durfte jedoch keine Geldgeschenke annehmen; allenfalls nahm sie mal ein kleines materielles Geschenk an. Wollte sie jemand zu einer Tasse Kaffee einladen, kam ihr legendärer Spruch: „Liawer mei Riahle, wi dess Briahle“. Ihre Beliebtheit zeigt auch, dass zu ihrer Beerdigung in Schwäbisch Hall extra ein Bus fuhr.

Elfriede Vogt war ausgebildete Kinderkrankenschwester. Als sich die Unterdeufstetter Hebamme altershalber zur Ruhe setzte, machte Elfriede eine Zusatzausbildung und wurde als Hebamme selbstständig. Zwar musste sie zunächst die Ärzte Ruppin und Theinl in Hinterhand haben, aber es gab nie Probleme. Gerlinde Schmidt war ihre erste Geburt. Geburten in Wohnwagen ohne fließendes Wasser bereiteten ihr bisweilen Probleme. Männer schickte Elfriede vor der Geburt resolut aus dem Zimmer.                                                                                                                                                                   
In Ellenberg  war die Arbeit mit einer Kollegin in rechts und links der Straße aufgeteilt. Als sie eine Frau auf der anderen Straßenseite als Hebamme haben wollte, meinte Elfriede, dass das kein Problem sei, weil sie dann eben aus Richtung Ellwangen kommen würde. Einmal hat sie in einem Teilort das Baby für die Taufe hergerichtet und gleich noch das Haus rausgeputzt. Es kam auch vor, dass ihr für ihre Geburtshilfe statt Geld eine Ente versprochen wurde. Im fortgeschrittenen Alter kam sie mit einer Freundin an einem Haus vorbei und sagte: „Von denen kriege ich auch noch eine Ente!“. Als die Frauen zur Entbindung zunehmend ins Krankenhaus gingen, übernahm sie die Nachbetreuung und sie machte für den Krankenpflegeverein Unterdeufstetten und Matzenbach Schwesterndienst. Elfriede hatte es auch mit „überraschenden“ Schwangerschaften zu tun, von denen zumindest die Angehörigen gar nichts wussten.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach etlichen Gesprächen mit älteren Mitbürgerinnen

Alwine Dörr

1938 wurde den Lehrern von den Nationalsozialisten das Orgel spielen verboten. Daraufhin wurde Alwine Dörr, die Klavier spielen konnte, vom Pfarrer darum gebeten, dass sie die Leitung des Kirchenchors und den Organistendienst übernehmen solle. Alwine erklärte sich dazu bereit. Weil damals viele Lieder in lateinischer Sprache gesungen wurden, arbeitete sie sich dahingehend ein. Zu Feierlichkeiten jeglicher Art und in Gottesdiensten leitete sie den Kirchenchor und spielte Orgel. Friedrich Silcher war ihr erklärter Lieblingskomponist und „Wo’s Dörflein traut zu Ende geht“ ihr Lieblingslied. Nach dem Krieg übte sie mit Mitgliedern des Kirchenchores auch Theaterstücke ein, welche im Saal des Gasthofs Adler aufgeführt wurden. Auch organisierte Alwine häufig Ausflugsfahrten. Mit mindestens 8 Pfarrern arbeitete sie zusammen. Dabei kam es häufig vor, dass ein Pfarrer seine eigenen Vorstellungen in der Kirchengemeinde umsetzen wollte. Alwine war nicht immer damit einverstanden und oftmals kam ihr Spruch: „Der geht wieder, wir müssen bleiben.“ 1998 bekam sie im Auftrag von Bischof Georg Moser für ihre Verdienste in 60 Jahren die Martinusmedaille überreicht. Zu ihrem 100. Geburtstag brachte ihr der Rest des aufgelösten Kirchenchors noch ein Ständchen.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Informationen von Helmut Fuchs

Baracken Unterdeufstetten

Bis um 1970 wohnten ca. 15 Familien in Unterdeufstetten in den Baracken. Auf dem Gelände in der Nähe des heutigen Trainingsplatzes des TSV befand sich vorher wohl eine Sandgrube. Eine doppelte Baracke diente meist zwei Familien als Unterkunft. Oftmals hatten die Familien eine große Kinderschar. So berichtet Sebastian Pfisterer von seinen Eltern und 10 Geschwistern. Vielfach wurde der Wohnraum deswegen durch einen Anbau erweitert.                                

Pfarrer Joos, der auch für den Bau der neuen katholischen Kirche und den Neubau des Kindergartens verantwortlich war, kümmerte sich darum, dass viele Familien in schöne, neugebaute Häuser in der Nähe des Sportplatzes umziehen konnten. Durch eine festgelegte monatliche Miete gingen die Wohnungen bald in das Eigentum der Bewohner über.

Text: Helmut Reuter nach Infos von Sebastian Pfisterer

Antonius-Kapelle Lautenbach

Die Antonius-Kapelle hat eine interessante Geschichte. Früher war in dem Gebäude einmal das Rathaus untergebracht. Die Großeltern von Fridolin Müller kauften das ziemlich baufällige Haus und wollten es einem Sohn vermachen. Dieser hatte jedoch kein Interesse, und so vermachten es die sehr gläubigen Leute ca. 1920 der katholischen Kirche. Allerdings versahen sie die Schenkung mit einer Auflage: Es sollte eine Kapelle daraus entstehen und nach dem Wunsch von Karoline Müller sollte diese den Namen „Heilige Antonius Kirche“ tragen.  

Der folgende Spruch ist den Nachfahren heute noch präsent: „Oh, heiliger Antonius – liaber guader Maa -  führ mi an mei Verlorenes naa!“                                           

Als das danebenstehende Lerner-Haus 1937/38 aufgestockt wurde, war die sich auf dem dortigen Dach befindliche Glocke übrig. Diese kam dann auf die Kapelle. Betha Zwerger erinnert sich, dass das Deckengemälde mit Fisch während dem 2. Weltkrieg von einer Malerin geschaffen wurde, die als Lohn bei Familie Müller kostenlos logieren konnte. Pfarrer Joos hielt später dort wöchentlich eine Schülermesse und noch heute findet normalerweise am 13. Juni, dem Antoniustag, ein Gottesdienst statt.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Informationen von Christa Wörsinger, geb. Müller

Rotachtaler Volksbühne

Durch vielerlei Aktivitäten versuchte man in Unterdeufstetten in den 60er Jahren die Schulden für den neu erbauten Kindergarten zu tilgen. So machte man sich auch in der katholischen Jugendgruppe Gedanken über mögliche Veranstaltungen. Willi Weber sagte dabei zu Pfarrer Joos, dass doch in Unterdeufstetten immer wieder Theater gespielt worden sei. Also suchte Pfarrer Joos einen Organisator und Regisseur und fand diesen in Lehrer Helmut „Blacky“ Schwarz. Willi, Edmund Ilg und Freunde waren dann plötzlich die Theaterspieler, die man brauchte. Geprobt wurde in der Turnhalle oder im Kindergarten. Eine Kulisse wurde von der Feuerwehr ausgeliehen und umgebaut. Der Pfarrgemeinderat übernahm die Organisation und so kam im Januar 1966 „Das lebenslängliche Kind“ zur Aufführung. Später wurden die Theaterveranstaltungen dann vom Schützenverein bewirtet und der Großteil der Einnahmen wurden jeweils für eine wohltätigen Zweck gespendet.

Wer erinnert sich nicht an „Bertl“, „Bimbe“, „Jackl“, Rudolf, Willi, Roland, Conny, „Lore“, Irmgard und wie sie alle hießen.

Text: Helmut Reuter

Katholische Kirche Wildenstein

Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele katholische Christen nach Wildenstein. Seit Beginn der 60-er Jahre fand deshalb einmal wöchentlich für Schüler und Erwachsene die heilige Messe in der Wildensteiner Schule statt. 1961 kam der Wunsch nach einem würdigen Raum für Gottesdienst und Gemeindearbeit auf und Pfarrer Kolb machte ihn zu seinem „Herzensanliegen“. Im Januar 1963 wurde am östlichen Ortsausgang ein Bauplatz gekauft und durch allerlei Aktionen wie monatliche Haussammlungen, auswärtige „Bettelpredigten“ des Pfarrers, etc. wurde Geld für den Kirchenbau gesammelt. Am 1. Mai 1964 kam es zum ersten Spatenstich und bereits am 15. Juni wurde Richtfest gefeiert. Dem Gotteshaus in seiner einfachen Nagelbinderkonstruktion gliedern sich die 20 m2 große Sakristei und der 39 m2 große Gemeindesaal an. Die Kirche wurde unter die Schutzherrschaft von „St. Joseph den Arbeiter“ gestellt. Als 1. Kirchenpfleger übernahm Karl Sikora, sen. alle mit dem Bau zusammenhängenden schriftlichen Arbeiten. Pfarrer Kolb nannte ihn bei seiner Beerdigung die “Seele des Kirchenbauens“. Neben vielen anderen aktiven Kirchenmitgliedern waren es vor allem drei Generationen der Familien Sikora, die sich um diesen Kirchenbau verdient gemacht haben. Besonders zu erwähnen wäre dabei Alois Sikora, der mehr im Hintergrund eine treibende Kraft für den Kirchenbau war.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Unterlagen von Familie Sikora

Ehemalige Molkereien

Molkereien gab es in Wildenstein (schräg gegenüber der Bäckerei), Matzenbach (heute Haus Mitscho), Lautenbach (später bei heutiger Einfahrt „Winzi“, vor 1930 nahe Storchenweiher), Bernhardsweiler und Neustädtlein (heutiges Haus Regner). Dorthin wurde die Milch auch von den umliegenden Ortschaften per Pferdefuhrwerk und später per Traktor mit Anhänger gebracht. In einem Schreiben heißt es: „Milchverwertung und Milchversand durch Molkereigenossenschaft Lautenbach und Milchverwertungsgenossenschaft Bernhardsweiler, sowie Milchentrahmungsstätte Neustädtlein.“ In Unterdeufstetten gab es nur eine Milchsammelstelle, auch „Milchhalle“ genannt (unterhalb des ehemaligen Friseurs Weber). Dort konnte man auch Milch und Milchprodukte kaufen. Bauer Munzinger brachte die Milch aus Ruppersbach, Großenhub und Wäldershub nach Wildenstein. Für seine Pferde gab es neben der Molkerei extra einen Unterstand. Die Gebäude der ehemaligen Molkereien stehen alle noch, wobei man die in Wildenstein und Bernhardsweiler gut an den roten Ziegelsteinen erkennen kann.

Text: Helmut Reuter

Schloss Wäldershub

Das ehemalige Schloss in Wäldershub befindet sich ganz im Südwesten des Ortes. Dort wohnen derzeit die Familien Lober, Vorholzer und Präger (ehemals Haus Schuster Köhler) . Die Lobers betrieben dort eine Landwirtschaft und bis in die 70er Jahre auch noch eine Gastwirtschaft. Brendle und Hertfelder waren die Vorbesitzer. Eine Zeit lang gab es dort auch eine Brauerei. Bei dem Schloss handelte es sich um ein Wasserschloss. Es war ehemals dreiflügelig mit einem im Eck gegenüberstehenden Anwesen und vier jetzt abgetragenen Türmen. Es sind nur noch sehr geringe Reste sichtbar, darunter eine Zahlenkartusche von 1793 und ein Schlussstein der Tordurchfahrt mit Resten einer Wappendarstellung. Das Schloss wurde vermutlich von einem Angehörigen der Dinkelsbühler Patrizierfamilie Berlin im 16. Jahrhundert erbaut, die sich zeitweilig nach Wäldershub nannten. Das Schloss hatte eine äußerst wechselvolle Geschichte und ca. 1700 kam es in bürgerliche Hände.

Zusammengestellt von Helmut Reuter unter Mithilfe von Wolfgang Lober.

Weshalb ist das Mostfass leer?

Vor längerer Zeit wohnte ein Heinz mit seiner Pauline in einem kleinen Häuschen in der Wildensteiner Hauptstraße. Sie waren rechtschaffene Leute, konnten sich jedoch nicht alles leisten. So freute sich Heinz, wenn er für seine Hilfsdienste bei „Wagners“ ab und zu ein Gläschen Bier bekam. Zuhause wurde Most getrunken und Heinz und Pauline hatten jeweils ein eigenes Fässchen davon. Dabei sicherte Pauline ihren Mosthahn mit einem Schloss. Weil Heinz sein Fässchen geleert hatte, fragte er seine Pauline, ob er nicht ihren Schlüssel bekommen könne. Mit dem Schlüssel ging er in den Keller und kam längere Zeit nicht zurück. Als Pauline schließlich ihren Heinz fragte, weshalb sein Krug leer sei, erfuhr sie, dass nach dem Öffnen des Schlosses und des Hahns kein Most herauskam. Pauline wunderte sich, weil ihr Fässchen eigentlich noch nicht leer sein konnte. Gemeinsam gingen sie in den Keller, um nach dem Grund zu schauen. Zunächst kam von Heinz noch die Behauptung: „Dess Fässlè muss t‘runnè hoowe (war undicht).“ Es stellte sich aber heraus, dass hinten am Fässchen auch ein Hahn angebracht war.  Den Einbau desselben hatte Heinz wohl beim Küfer in Auftrag gegeben. (Auch die Version wird erzählt, dass das Fässchen mit dem zweiten Hahn an der Rückseite dem Nachbarn gehört habe.)

Text: Helmut Reuter, nach Erzählungen älterer Wildensteiner

Postkutsche – Postauto

Ursprünglich wurden vor die Postkutsche zwei Pferde gespannt und die Fahrt ging von Unterdeufstetten über Matzenbach und Wildenstein nach Neustädtlein. Das dauerte von 6.30 Uhr bis 8 Uhr. Bis zu zwölf Fahrgäste – meist Händler mit ihren Waren – konnte der Kutscher mitnehmen. Die Rösser wurden dort im Stall der Wirtschaft Rosenäcker untergestellt und versorgt.              

Um 11.30 Uhr kamen mit dem Postauto neue Postsäcke aus Crailsheim und die Belieferung der auf der Strecke liegenden Postämter dauerte bis ca. 13 Uhr. Von 13.30 bis 15 Uhr dauerte die 2. Ausfuhrschicht und um 17.30 Uhr war Feierabend. Der Kutscher versorgte danach noch die Rösser, welche im Poststall der Brauerei Hangsdörfer in Unterdeufstetten untergestellt waren und die dem Brauereibesitzer gehörten. Der letzte Kutscher Friedrich Wegert stammte aus Crailsheim, aber er übernachtete in Unterdeufstetten. Mit seiner Frau und den 9 Kindern hatte er seine Heimat auf dem Crailsheimer Hexenbuckel. Friedrich war ein absoluter Pferdeliebhaber. Für seine Kinder stand ein Holzpferd im häuslichen Garten.                                                                                       
Als die Postkutsche von einem Postauto abgelöst werden sollte, hätte die Straße zwischen Neustädtlein und Wildenstein ausgebaut werden sollen. Weil die Bauern einem Straßenausbau zwischen Neustädtlein und Rötlein wegen ihren Obstbäumen nicht zustimmten, konnte der Kreisrat Reinhold Hertfelder seine Wäldershuber überzeugen, dass sie für den Bau einer Straße zwischen der heutigen Abzweigung und Wäldershub Land hergaben. (Vorher musste man von Bergbronn über Gaisbühl nach Wäldershub fahren, wobei die heutige Dinkelsbühler Straße nach dem Straßenwärterhäuschen überquert wurde.) Damals wurde also der sog. „Dreckete Weech“ erst gebaut. 1928 löste ein Postauto die Postkutsche auf dem heutigen Fichtenauer Gebiet ab.        Wollten die Kinder aus Neustädtlein mit dem Postauto nach Crailsheim fahren, mussten sie in den 60er Jahren teilweise noch zur Haltestelle am „Drecketen Weech“ laufen. Abends um 18 Uhr fuhr das Postauto allerdings über Neustädtlein. Da die Kinder keine Uhr hatten und es im Dorf keine Turmuhr gab, war die Ankunft des Postautos für sie das Zeichen, dass sie jetzt Heim mussten.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Informationen von Kurt Wörsinger, Sabine, der Enkelin von Friedrich Wegert und Bericht vom Hohenloher Tagblatt.

Landjugend Lautenbach

Nach dem 2. Weltkrieg spielte sich die Freizeit der Dorfbewohner meist noch in der eigenen Ortschaft ab. Für die Buckenweiler Jugend war natürlich Lautenbach gut zu Fuß zu erreichen und so waren z.B. Richard Engelhardt und Gerhard Hammer zeitweise die Vorsitzenden der Landjugend Lautenbach. Donnerstags traf man sich abends in der Schule zu Tischtennis, Brettspiel, Spielen im Kreis und dergleichen. Anschließend ging es dann teilweise in die Lautenbacher Wirtschaften und teilweise sogar mit dem Moped bis nach Weidelbach. Einmal im Jahr gab es einen Ausflug in die Berge oder auch an den Rhein. Wichtig war damals auch ein Tanzkurs. Im Winter wurde in der Regel Theater gespielt, wobei es auch zu Aufführungen in umliegenden Ortschaften kam. Gerne wird über einen Erntedankumzug der Kreislandjugend durch Lautenbach berichtet. Dabei standen die männlichen Zuschauer alle im Anzug und mit Krawatte am Straßenrand. Damalige Kinder erinnern sich gern noch an die Amerikaner, ein köstliches Süßgebäck, das die Bäckerei Brenner auf dem Festplatz als absolute Neuheit verkaufte.                                                                                                                           
Im Laufe der Jahre änderte sich das Leben der jungen Leute und die Landjugend wurde aufgelöst. Seit 1969 gibt es quasi als Nachfolgeorganisation – allerdings hauptsächlich für die Männer – den Pfeifenclub. Raucher ist da mittlerweile aber gar keiner mehr dabei.

Text: Helmut Reuter

Landwirtschaft in Wäldershub

Nach dem 2. Weltkrieg wurden Arbeitskräfte in der Landwirtschaft zunehmend durch Maschinen ersetzt.

So wurden bis 1958 allein in Wäldershub folgende Maschinen für Arbeiten auf dem Acker angeschafft: 12 Bindemäher, 15 Kartoffelroder, 4 Dungstreuer, 6 Anbaupflüge, 1 Kartoffelsteckmaschine und  7 Sämaschinen             

Für Arbeiten auf der Wiese kam es zu folgenden Anschaffungen: 11 Mähmaschinen, 2 Heumas, 4 Heuwender, 7 Schwadenrechen, 14 elektrische Weidezäune, 17 Gummiwagen                                              
An Maschinen und Geräten im Stall kamen hinzu: 84 Tränkebecken, 13 elektrische Tauchpumpen, 7 elektrische Kartoffeldämpfer, 9 Bestrahlungslampen, 7 Mixer, 1 Melkmaschine und 1 Schwebebahn für Mist                                       

Außerdem wurden folgende motorisierte Fahrzeuge und elektrisch betriebene Geräte erworben: 16 Schlepper, 15 Pkws, 20 Mopeds, 4 Motorräder, 3 Leichtmotorräder, 8 Dreschmaschinen, 18 Häcksler, 30 Elektromotoren, 3 Schrotmühlen und 1 Häckseldrescher                                                     

Interessant dabei ist, dass alle Maschinen auch bezahlt waren.   

Zusammengestellt von Helmut Reuter nach Unterlagen von Wolfgang Lober. 

TSV Unterdeufstetten

Der TSV Unterdeufstetten ist der älteste der Fichtenauer Fußballvereine. 1891 war das Gründungsjahr und somit kann man dieses Jahr auf 132 Jahre Sportverein in Unterdeufstetten zurückblicken. Die Gründung des Turnverein Unterdeufstetten geschah durch die Gründungsmitglieder Johannes Bauer, David Grabfelder, Gustav Hangstörfer, Johannes Rathgeb, Georg Sperr im Vereinslokal "Zum grünen Baum". Zunächst war der Verein ein Turnverein und der Turnplatz befand sich in der sog. „Sandgrube“. Die Turngeräte wie Barren, Reck usw. wurden selbst hergestellt.                                       
Nach dem 2. Weltkrieg fanden sich fußballbegeisterte Männer aus Lautenbach und Unterdeufstetten zusammen und 1949 wurde die Fußballabteilung unter dem Namen TSV Lautenbach / Unterdeufstetten offiziell gegründet. Ein großer Macher war damals der Lautenbacher Fridolin Müller. Seitdem konnten mehrere Meisterschaften und ein Pokalsieg gefeiert werden.                              

Unvergessen wird wohl bleiben, dass 1948 auf dem Sportplatz in Unterdeufstetten vor ca. 3000 Zuschauern das Spiel einer Auswahlmannschaft Dinkelsbühl gegen den damaligen Deutschen Meister VfB Stuttgart stattfand.

Text: Helmut Reuter, nach der Festschrift von 1991 und in Absprache mit Thomas Hofmann

Einstiges Handwerkerdorf Bernhardsweiler

Eigentlich wurde früher in jedem Haus wenigstens eine kleine Landwirtschaft betrieben. Zusätzlich gab es jedoch eine Vielzahl von Handwerkern:

2 Baugeschäfte (Probst und „Liachtmaurer“ Stirn), 2 Schuster (Strebel und Hofmann, der „Nagelschmied“)
2 Schneider (Frey und Pröger, der auch Friseur war) und Schneiderin Wagemann
1 Wagner (Baumann), 1 Bäcker (Fach, später von Hammer gekauft)
2 Schmieden (Kropshäuser und Hüttner), 1 Metzger und Gastwirt (Probst)
1 Zimmerer Hammer, 1 Sägewerker (Hammer, später Falkner)
1 Brunnenbohrer (Kirschbaum), 1 Kolonialwarenhandel (Hüttner), 1 Schäfer (Engelhardt),
1 Rechenmacher (Hähnlein), 1 Schnapsbrenner (Schmidt)
1 Schreiner (Bühler), 1 Straßenwart (Philipp, im Nebenerwerb)
1 Ziegenhirt (Henrich, im Nebenerwerb, ohne Güter, mit zwei Ziegen)

Zusammenstellung überwiegend von Karlheinz Fohrer und Gertrud Mögel

Drogerie Unterdeufstetten

Hans Häusinger stammte aus Erlangen. Seine Lehre als Drogist absolvierte er in Dinkelsbühl. Nachdem er im Jahre 1930 seine Maria geheiratet hatte, gründete er in einem Haus neben dem Kinderheim ein Geschäft. Dort gab es vorher ein Textilgeschäft und Hans machte daraus nicht nur eine Drogerie, sondern er verkaufte schließlich zusätzlich nicht nur auch Lebensmittel, sondern eigentlich alles, was man im Dorf so brauchte. Hans mischte auch Farben und betätigte sich zusätzlich als Fotograf. Seine Kundschaft kam aus ganz Fichtenau und auch darüber hinaus.                
Auf dem Weg zur Beerdigung auf dem nahegelegenen Friedhof wärmten sich Männer oftmals mit etwas „Kurzem“ im Laden auf und hielten gern ein Schwätzchen. Kondome konnte man dort auch erwerben, aber das geschah dann eher hinter vorgehaltener Hand. Die Haushälterin des benachbarten Schlosses kaufte bei Häusinger einzelne Zigaretten. Eier von glücklichen Hühnern – die Sohn „Bobby“ z.B. aus Buckenweiler geholt hatte - wurden damals in Tüten verpackt. Mehl und Zucker wurden abgewogen. Der Essig kam aus dem Keller und wurde in mitgebrachte Flaschen abgefüllt. Geräucherte Heringe mit Kopf (Bücklinge) lagen in einem Fass und konnten vor dem Kauf begutachtet werden. Irgendwie kam es  dadurch zu dem legendären Spruch: „Der schaut wie im Gaismeier sei‘ Bückling‘“, wenn jemand etwas komisch dreinblickte. (Gaismeier war ein Großhändler in Aalen.) Zu Ostern gab es Kabeljau zu kaufen. Der wurde in Körben mit Eiswürfeln drin angeliefert. Für den Heimtransport wurde der Fisch dann in Papier eingewickelt. Das Papier wurde von unterschiedlich breiten Papierrollen gerissen. Dazu bedurfte es auch einiger Geschicklichkeit. Etwa Mitte der 80er Jahre musste Hans Häusinger sein Geschäft dann altershalber schließen.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Informationen von Wilfried Häusinger; Fotos Häusinger

Ehemalige Tankstellen

Ursprünglich wurden in Unterdeufstetten 3 Tankstellen betrieben und zwar alle in der Marktstraße. Eine davon befand sich auf Höhe des ehemaligen Geschäfts Helbach. Die Besitzer hießen Endreß und sie verkauften Gasoline. Vielen ist mit Sicherheit noch der Kaufladen Fuchs bekannt. Außer einer dazugehörigen Tankstelle gab es dort auch noch einen Fahrradladen. Es war zunächst eine Rheinpreußen-Tankstelle und später war es Texaco. Weiter unten hatte auf der anderen Straßenseite eine Familie Gerber einen Kaufladen und eine Tankstelle, wohl Fina. Es gibt Leute, die sogar noch von mehr Tankstellen in Unterdeufstetten sprechen. So heißt es, dass Karl Schenk wenigstens Diesel verkauft hat. Ein Nachweis dazu fehlt uns aber.                                                                                            
Die Tankstelle Daiss in Lautenbach verkaufte Rheinpreussen. In Neustädtlein konnte man bis vor Jahren noch vor dem Gasthaus zur Bayerischen Grenze bei der Familie Rosenäcker, später Familie Brunner - oder schlicht bei der Paula – zuerst DEA und dann Texaco tanken. Wenn die Jugend kein Geld hatte, schrieb es Paula auf, bis sie wieder flüssig waren und das wurde oft in Anspruch genommen. Zwei Wildensteiner Tankstellen gab es beim Autohaus Kümmerle zunächst mit ARAL und der Familie Wenig (heute Kraus), Ecke Schlosstraße / Promenadenweg mit Shell. Getankt werden konnte auch in Matzenbach beim „Schmieds Sepp“ in der Rechenberger Straße AVIA und ursprünglich BP bei der Familie Wecker in der Nähe der Kirche.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer

Matzenbach und Unterdeufstetten vor 60 Jahren

Die Geschirr-, Besen-, Bürsten- und Korbwarenhändler bezogen um 1960 ihre Verkaufswaren meist fertig und fertigten diese nur noch selten zu Hause an. Unterdeufstetten hatte zu der Zeit ca. 1500 Einwohner. Davon waren 1150 katholisch und 350 evangelisch. Ca. 950 Personen (60%) waren Händler. In Matzenbach lebten 1050 Personen. 750 davon gehörten dem katholischen Glauben an und 300 dem evangelischen. Der Anteil der Händler betrug 65% (ca. 650 Personen). Die Handelsarten nach der Zahl der Wandergewerbescheine wurden für die beiden Ortschaften wie folgt angegeben:
Textil: Unterdeufstetten 147/ Matzenbach 105; Geschirr: 21/8; Kurz- und Besenwaren: 16/3; Siebmacher: 1/-; Altmaterial: 1/9; Grabsteine und -schmuck: 1/-; Karussellbetrieb: 2/4  Matzenbach und Unterdeufstetten waren vor 60 Jahren die bestmotorisierten Gemeinden in ganz Süddeutschland. Fast jeder Händler besaß einen großen Pkw oder Kombiwagen, in dem er seine Waren befördern und auch mit seiner Familie übernachten konnte. Auch in Wildenstein und Lautenbach gab es zahlreiche Händler und Hausierer. 

Text: Karlheinz Fohrer und Helmut Reuter nach Unterlagen eines Unterdeufstetter Bürgers  

Posaunenchöre

Pfarrer Dr. Gotthilf Schenkel war der Initiator von gleich 3 Posaunenchören auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Fichtenau. „Als Nazi-Gegner musste er aus Stuttgart fliehen, fand in Waldtann Unterschlupf und durfte dann die Pfarrei Unterdeufstetten kommissarisch übernehmen. Die Gründung des Posaunenchores war ein Teil des Kirchenkampfes gegen die Naziregierung.“ Am 7. Oktober 1934 gründete er zunächst den Posaunenchor Unterdeufstetten. Da er als Pfarrer auch für Wildenstein und Bernhardsweiler zuständig war, folgten durch sein Zutun auch in diesen Kirchengemeinden Gründungen von Posaunenchören. Die Übungsstunden fanden zunächst für alle Gruppen in Unterdeufstetten statt. So kam es oft vor, dass sich die Bläser auf dem Weg dorthin wegen Fliegeralarm in den Straßengraben legen mussten. Traurigerweise war es in der Kriegszeit Hauptaufgabe der Posaunenchöre, die fast sonntäglichen Trauergottesdienste für die Gefallenen feierlich zu umrahmen.        Während der Posaunenchor Unterdeufstetten in diesem Jahr 90 Jahre alt wird, gibt es den Posaunenchor in Wildenstein nunmehr seit fast 83 Jahren. Der Posaunenchor Bernhardsweiler wurde 1941 gegründet, aber er löste sich bereits 1950 wieder auf.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach der Schrift „80 Jahre Posaunenchor Unterdeufstetten“, „500 Jahre St. Anna-Kirche Bernhardsweiler“ und Unterlagen von Manfred Brunner, Wildenstein

Tierhaarverwertung Fridolin Müller

Kurz nach dem 2. Weltkrieg startete Fridolin Müller seine unternehmerische Karriere. Zunächst  wollte er eine Hühnerfarm bauen und so wird noch heute das eine Gebäude Hennenhaus genannt. 1952 gründete Fridolin jedoch eine Firma mit dem Namen „Tierhaarverwertung Fridolin Müller“. Verarbeitet wurden Rinderhaare, die teilweise von deutschen Rindern stammten. Dazu wurden auch Kuhschwänze vom Schlachthof geholt. Bei der Storchenmühle wurden die Schwänze gewaschen; sie mussten 3 Tage ruhen und wurden nass zum Betrieb am Zuselbuck rübergeführt. Der Dung von den Schwänzen wurde auf Haufen gesammelt. Dieser war bei den Bauern sehr beliebt. Größtenteils wurden die Haare jedoch aus Amerika, vorrangig Chicago, importiert. Verarbeitet wurden diese Haare in vier Arbeitsgängen zu sogenannten „Bäckerbunden“. Die Arbeitsgänge umfassten: Auflockern der Haare in einem "Haarwolf", hecheln der Haare, dies heißt die Haare in eine Richtung ordnen, "ziehen" der Haare auf verschiedene Längen und dann die einzelnen Längen zu Bäckerbunden binden. Diese Bäckerbunde wurden an die Pinselfabriken geliefert. Zum Teil kamen bei den einzelnen Arbeitsgängen Maschinen zum Einsatz. Etwa ab 1969 kam zu diesem Bereich die Herstellung von Autowaschbürsten hinzu. Im Jahre 1972 erfolgte der Einstieg in die Fabrikation von technischen Bürsten. Ältere Mitbürger erinnern sich noch, dass Sauborsten auf dem Hof zum Trocknen ausgelegt wurden. Diese Borsten wurden aber nicht im Betrieb selbst verarbeitet. Fridolin war ein sehr sozialer Mensch und so beschäftigte er zahlreiche Frauen in Heimarbeit mit der Haarzurichterei. Zusammen mit Pfarrer Joos kümmerte er sich darum, dass die Barackenbewohner in Unterdeufstetten in neu gebaute Wohnungen umziehen konnten. Auch beim TSV Unterdeufstetten war er jahrelang ein Macher. Als Mitglied der vierköpfigen „Bürgerinitiative Wäldergruppe“ war Fridolin maßgeblich daran beteiligt, dass sich die vier ehemaligen Altgemeinden schließlich doch zur heutigen Gemeinde Fichtenau zusammenschlossen. Viele Fichtenauer kannten ihn als äußerst engagierten und angesehenen Gemeinderat, der stets hartnäckig versuchte, eigene Ideen durchzusetzen.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Informationen der Kinder Rolf, Henning und Christa und einem alten HT-Bericht. Daraus stammt auch das Foto.

Felsenmühle - über 600 Jahre altes Gemäuer und Naturoase

Die Felsenmühle hieß früher Gießrechenmühle. Die älteren Mitbürger verbinden diese Mühle mit dem Namen Otto Fezer. Bei seinem Tod im Jahre 2008 galt er „längst nicht mehr als ‚Spinner‘, als der er von manchen eingestuft wurde, als er am 4. Mai 1964 die total verfallene Felsenmühle bei Bernhardsweiler kaufte“. Als gelernter Schreiner und Fliesenleger hatte er auch eine Ausbildung zum Opernsänger gemacht. Zunächst baute er das zerfallene Mühlengebäude wieder auf. „Schon in aller Frühe konnte man ihn auf dem Hausdach sehen, wie er singenderweise arbeitete, was einiges Erstaunen auslöste. Er richtete das alte Backhaus wieder her, baute einen alten Schuppen zu einem Ferienhäuschen um. Und es kamen Feriengäste, die Erholung in der Stille der Natur suchten“. Einer davon war der ehemalige Bundesforschungsminister Volker Hauff. Schließlich besann sich Otto Fezer seiner gesanglichen Ausbildung. In der dafür hergerichteten Mahlstube veranstaltete er Liederabende – vornehmlich mit Liedern von Schubart und Schumann – mit Klavierbegleitung. Im Anschluss gab es auf Erlenholz geräucherte Forellen, von seiner Frau gebackenes Bauernbrot, Schafskäsekuchen und Schnittlauchblooz.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Unterlagen, die Frau Fezer zur Verfügung gestellt hat; vornehmlich sind das Berichte aus dem Hohenloher Tagblatt

Jenisch „dibern“

Jenisch ist keine Muttersprache, sondern eine Ergänzung der jeweiligen Landessprache. Jenisch ist eine Geheimsprache. Indem bestimmte Begriffe durch besondere Ausdrücke ersetzt werden, hat diese Sprache eine verhüllende Funktion. Ein deutsches Wort wird durch einen jenischen Ausdruck ersetzt.

Hier einige Beispiele:
Lobe – Geld; pleisgern – zahlen; Kober – Wirtschaft; Blam / Lawine – Bier; Katschete – Schnaps; Maddo / Schwecher – Rausch; Glischde – Polizist; Galmeguffer – Lehrer; Buchte – Schuhmacher; Gallach / Kolb – Pfarrer; Gallachschickse – Pfarrköchin; Menger / Murr / Schmaling – Katze; Stupfel – Igel; Kehr – Haus; Tschuggl / Kipp – Hund; Schmerch – Zigarette; Raklo – Knecht; Tschai – Mädchen / Freundin; Doofes – Gefängnis; Doches maloches – Arsch lecken; Fiesl – junger Mann; Moss – Frau; Fieches – Furz

(Eigentlich ist es nur eine gesprochene Sprache, keine geschriebene.)

Idiomatische Redewendungen:                                                                                                                                
Fiesl natsch, dr Glischde tschäfft – Kerl hau ab, der Polizist kommt.                                                                
I be mulo. – Ich bin pleite.   (mulo heißt auch tot)                                                                                                                                                
a gwande Tschai - ein hübsches Mädchen                                                                                                                  
Natsch mr in d’Kober ge biggè? – Gehen wir ins Gasthaus zum Essen?

Heutzutage dient sie nur noch als harmlose Handelssprache, und es wird nur zu dem Zweck, sich vor Uneingeweihten oder Allzuneugierigen abzuschließen, „Jenisch gedibert“ (Jenisch gesprochen).  

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach den Büchern von Jakob Kronenwetter und zahlreichen Gesprächen

Lautenbach früher

Neben den Landwirten und den Händlern gab es in Lautenbach viele andere Berufe und Einrichtungen, die meist im Nebenerwerb betrieben wurden. Von Buckenweiler herkommend gab es auf der linken Seite den Hausmetzger Brand und weiter unten war bei der Familie Rollbühler der Farrenstall (die Vatertierhaltung). Daneben wohnte der Milchprüfer Daurer. Unterhalb des Storchenweihers wurde die Storchenmühle betrieben; auch hatte der Storchenmüller einen Fuhrbetrieb. In zwei Kaufläden konnte man einkaufen: Emma Melber verkaufte ihre Waren bereits in den 30er Jahren an der Stelle, wo heute der Reiterhof Keck steht. Das Kolonialwarengeschäft der Karoline Kraft (Schwiegermutter von Daiß) befand sich zunächst links an der Rötleiner Straße, bevor schräg gegenüber neu gebaut wurde (heute Blümlein-Eckert). Bevor die Molkerei in das Gebäude umzog, das heute noch gegenüber der Auffahrt zum Bauhof und neben der ab den 60er Jahren betriebenen Gemeinschaftsgefrieranlage steht, war sie unten in der Nähe des Storchenweihers. Einkehren konnte man in den Wirtschaften Beck, Daiß und Merz mit später unterschiedlichen Pächtern. Bei Familie Daiß konnte man auch tanken. Der Ehretschneider arbeitete im heutigen Haus Wallkum. Dort war auch eine Schmiede. Direkt daneben befand sich die Lenzenmühle. Der Schlossbauer zahlte das Milchgeld aus und im Schlossgebäude selbst wurde von der Familie Ohr geschmiedet. Im heutigen Bauhof befand sich das neue Schulgebäude. Vorher gingen die Kinder im Haus davor zur Schule. Richtung Ölmühle sorgte der Butzè Bäck für Backwaren. Die Bäckerei wurde dann von Manfred Brenner und später von der Familie Knackfuß übernommen. Weiter vorne betrieb die Firma Sperr eine Bauunternehmung mit Kaminsteinwerk und Fertigdeckenproduktion. Der Böhmè-Webers Schorsch (im heutigen Haus Winzheimer) war Zimmermann und erledigte nebenher allerlei Arbeiten mit Holz. Dahinter fand und findet man immer noch die Schreinerei Präger. An der Rötleiner Straße gab es das Elektrogeschäft Abele (dort war früher mal ein Schuster) und ganz oben die Tierhaarverwertung von Fridolin Müller. Das Haus von Schuster Nasser steht noch direkt an der Kreuzung und Frau Reule war die Kindertante im Kindergarten in der Vorstadt.

Text: Helmut Reuter

Vom Asyl zur St. Raphael Kinder- und Jugendhilfe

Am 15. Mai 1889 wurden die „Statuten der Erziehungsanstalt zum heiligen St- Raphael" unterschrieben. Von Anfang an waren die Vinzentinerinnen mit eingebunden. Von ihnen wurden schwerpunktmäßig auch die Schüler des Ortes unterrichtet. Die erste „stationäre“ Aufnahme erfolgte im Dezember 1889. Meist waren es die Händler aus Unterdeufstetten, die ihre Kinder in die Obhut von St. Raphael gaben, solange sie im ganzen Land umherreisten, um ihre Geschäfte zu tätigen. So konnten die Kinder eine gute schulische Bildung erfahren und zum Ende der Saison im Herbst in ihre Familien zurückkehren. Bereits 1947 wird in der neuen Satzung davon berichtet, dass nicht mehr nur die Händlerkinder aufgenommen werden. Die „St. Raphaelspflege Unterdeufstetten" ist eine kirchliche Stiftung, die „erziehungs- und heimbedürftige Kinder" aufnimmt. Insgesamt hatte die St. Raphaelspflege eine äußerst wechselvolle Geschichte.

Wer sich genauer informieren möchte, schaue doch bitte nach unter:

www.straphael.de/ueber-uns/geschichte/

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer; Fotos und Infos aus der Festschrift „Kinderheim St. Raphael – 100 Jahre“ und der Homepage

Christoph von Pfeil - Namensgeber unserer Schule

Christoph Karl Ludwig von Pfeil wurde am 20.01.1712 in Ehningen bei Stuttgart geboren. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, seine intensive Arbeitskraft und seine Gewissenhaftigkeit wurden zeitig erkannt. Ihm wurden höchste Ämter anvertraut. Durch seine Aufgaben und Reisen lernte er den österreichischen Kaiser Joseph II. kennen und besonders den preußischen König Friedrich den Großen, der schnell die Fähigkeiten und Bedeutung von von Pfeil erkannte und ihn zum preußischen Geheimen Regierungsrat berief. Dadurch wurde er auch preußischer Gesandter für Württemberg in Ansbach. Die hohe Arbeitslast und zunehmende gesundheitliche Probleme führten dazu, dass von Pfeil 1763 beim Herzog von Württemberg um Entlassung bat, was dieser aber mit großem Unverständnis ablehnte. Christoph von Pfeil besaß eine tiefe, unerschütterliche Gläubigkeit, er war protestantisch erzogen und von namhaften Leuten beeinflusst.  1761 suchte von Pfeil einen ruhigen Ort in der Nähe von Ansbach. So erwarb er das Rittergut und Schloss in Deufstetten für 40.000 Gulden. Der Ort hatte 1763 125 Einwohner, war sehr ärmlich und die Menschen führten weitgehend ein Bettel- und Vagabundenleben. Von Pfeil wollte umgehend das Leben dieser Menschen verbessern. Er verbot das Betteln und hielt die Bewohner zur Arbeit an, förderte Gewerbe und Handel. Für die Frauen gründete er eine „Cottonfabrique“, in der sie Baumwollspinnen und Verarbeitung erlernen und ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Die Deufstetter wurden zum christlichen Glauben angehalten und durften die Schlosskapelle nutzen. Später richtete er eine Schule ein.      Seine Maßnahmen wurden nicht von allen gutgeheißen, so gab es 1770 einen Bauernaufstand, denn die weitgehend katholischen Bewohner wollten nicht von einem evangelischen Herren regiert werden. Von Pfeil regelte den Konflikt mit Umsicht und Milde. Neben seinen Gedichten verfasste von Pfeil ca. 1.000 christliche Lieder und Gesänge. Ab 1774 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend. Am 14. Februar 1784 verstarb von Pfeil in seinem Schloss in Deufstetten. Die Beisetzung erfolgte in der Schlosskapelle. Durch Heirat seiner Tochter Luise kam das Schloss Anfang des 19. Jh. in den Besitz der Seckendorffs.

Text: Helmut Reuter in gekürzter Fassung eines Aufsatzes von F.W.Berger

St. Anna-Kirche Bernhardsweiler

An der nordöstlichen Gemeindegrenze gelegen ragt die weithin sichtbare, unvollendete Sankt-Anna-Kirche in die Höhe. Vermutlich ist sie eines der ältesten Gebäude in der Gemeinde Fichtenau und wurde von dem Dinkelsbühler Bürger Jörg Goldochs erbaut und 1505 erstmals urkundlich erwähnt. Dies wurde allerdings erst bei den Recherchen zum 500-jährigen Jubiläum 2011 festgestellt. Als Wallfahrtskirche geplant, kam aber die Reformation dazwischen und der begonnene Bau wurde vermutlich mangels Geld eingestellt. Erst 1564 wurde der heute noch sichtbare Torbogen zugemauert. Zu dieser Zeit fanden unregelmäßig Gottesdienste statt, seit 1892 jedoch mindestens zweimal monatlich. Auf dem Turm hängen 3 Glocken. Eine Glocke wurde im Jahre 1516 gegossen, die sagenumwobene „Anna Susanna“ wurde 1517 gegossen. Diese Glocken haben die beiden Weltkriege, auch auf Grund ihres Alters, unbeschadet überstanden. Im Jahre 1982 kam durch eine Spende des „Wachners Frieder“ noch die dritte kleinere Glocke hinzu. Zu renovieren gab es über die Jahrhunderte immer etwas, ob Dach, Fassade, Orgel oder die neuen Fenster, die in ihrer Gestaltung biblische Bezüge haben.

Text und Fotos von Andreas Kropshäuser

Besonderheiten in Neustädtlein

Neustädtlein war überwiegend landwirtschaftlich geprägt, aber es gab auch eine Vielzahl anderer Berufe und Einrichtungen:                                                                                                                       Gärtnerei Bleicher, Schneiderei Neu, Schreinerei Lang(ohr) mit Windrad und Schreinerei Nasser (vorher Kraft), Schmiede Burkhardt, Baugeschäfte Knorr und Kolb, Poststelle Zieher, Molkerei mit Molker Hofacker und Pfanz, Fahrradgeschäft Franz, Küferei Rollbühler, Hausmetzger Meiser, Zimmerei Köhnlechner. An Wirtschaften gab es das „Gasthaus Rose“ (Familie Meiser). Dort wurde bereits 1905 der erste Tanz abgehalten. 1962 hatte das Meiser-Trio seinen ersten Auftritt. Im Haus war auch eine Spezereihandlung untergebracht, die später in Kolonialwarenhandlung umbenannt wurde. Gegenüber stand das „Gasthaus zum Roten Ochsen“ mit einer Brauerei. Später wurde es umbenannt in „Gasthaus zur bayrischen Grenze“. Die Wirtsleute hießen zuletzt Brunner und vorher Rosenecker. Dort verkehrten – wohl auch wegen der hübschen Tochter - viele junge Männer, die auch aus der weiteren Umgebung kamen. Legendär war der sonntägliche Mercedes-Stammtisch. Auch tanken konnte man dort; zunächst DEA und dann Texaco. Wollten junge Männer mit dem Moped oder Auto etwas unternehmen und es fehlte aktuell das nötige Geld für den Sprit, konnten sie bei der Paula auch aufschreiben lassen. Weiter wird von der Sandgrube Einsiedel und der Farrenhaltung Brunner berichtet.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer; Fotos aus privaten Beständen

„Kulturfrauen“

Die Waldarbeiterinnen, Kulturfrauen genannt, waren Saisonarbeitskräfte. Sie stammten aus der Landwirtschaft und verschafften sich nach dem 2. Weltkrieg bis in die 60er Jahre hinein einen wichtigen Nebenverdienst. Allerdings gab es Anfang der 50er Jahre lediglich einen Stundenlohn von 63 Pfennig. Neben der Hauptaufgabe, dem Pflanzen von Jungkulturen, gehörte auch die Hege und Pflege der reviereigenen „Saatschulen“ oder „Pflanzengärten“, in denen Bäume gezogen wurden, zu den Aufgaben, ferner das Verbrennen von Reisig, um dem damaligen Ideal eines „aufgeräumten“ Waldes nahezukommen. Im Sommer befreiten die Kulturfrauen die Jungbestände von Unkraut und Gestrüpp. Im Herbst wurden die Triebe der gepflanzten Jungbäume zum Schutz vor Wildverbiss mit Teer o.ä. bestrichen. Wegeausbesserung, der Bau von Wildschutzzäunen und Grabenreinigung gehörten ebenfalls zu ihrem Aufgabengebiet. Im Hohenlohischen hießen diese Frauen bei vielen schlicht „Butzèweiwer“. Vielfach waren die Frauen aus dem Fichtenauer Gebiet auch weit über die Gemeindegrenzen hinweg tätig. Oftmals mussten sie morgens die Jungpflanzen mit dem Fahrrad abholen und außerdem das Essen - im sog. „Henkelmann“ - für den ganzen Tag mittransportieren. Auch die Wiedehopfhacke war stets dabei. Schlechte und oftmals morgens noch gefrorene Waldwege erschwerten die Fahrt zusätzlich. Vielfach verwendeten die jungen Frauen das verdiente Geld zur Anschaffung von Aussteuer. Weil einer der Vorarbeiter ein ziemlicher Freund des Mostes war, ging er oft nicht sehr freundlich mit seinen Mitarbeiterinnen um.                                                

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Kontakten mit ehemaligen Kulturfrauen                             
Fotos: aus Wäldershuber und Matzenbacher Fotoalben

Hahnenberg – besondere Grenzsituation

Eigentlich bildet die Rechenberger Straße ab dem Ratzenweiher die Grenze zwischen Fichtenau und Jagstzell. Jedoch liegen Hahnenmühle und Buchmühle rechts der Straße und gehören trotzdem nicht zu Fichtenau. Seit einem Brand vor vielen Jahren steht die denkmalgeschützte, frühere Mahl- und Sägemühle Hahnenmühle leer. Dort gab es früher auch eine Wirtschaft, in der sonntags oftmals viel Betrieb war. Nach Postleitzahl und Vorwahl gehören auch die Wohnplätze links der Straße zu Fichtenau. Ebenso gingen die Kinder in Fichtenau zur Schule und auch kirchlich ist für die Katholiken Matzenbach und für die Evangelischen Unterdeufstetten zuständig. Den Hahnenberg bildete früher ein einzelnes, großes, auf einem Felssporn stehendes Gehöft. An dem Platz, an dem ein ca. 300 Jahre altes Haus stand, wurde 1972 ein Neubau erstellt. Das mittlere Haus war ursprünglich das Ausdinghaus und das obere Haus war zunächst eine Feldscheune. Zunächst hießen die Bewohner Bartelmäs, aber nach dem Krieg wurde das Anwesen einer Gertrud Vogel übertragen, die dann den Nachbarn Oskar Uhl heiratete. Heute wohnt dort Sohn Klaus Uhl mit Familie. Sein Onkel Hans war von Beruf u.a. auch Waldarbeiter und Imker. Dessen besonderes Hobby war das Brot- und Hitzkuchenbacken. So kam es bei ihm öfters zu einem geselligen Beisammensein bei Most und Vesper im mittleren Haus.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Gespräch mit Klaus Uhl

Rötlein

1386 als »Rötlin« gemeinsam mit Neustädtlein genannt, teilte Rötlein das Schicksal mit dem benachbarten Weiler. Auch Rötlein (kleine Rodung) wurde in der späten Rodungszeit angelegt und erscheint im 16. Jahrhundert mit Neustädtlein als Teil des Rittergutes Wildenstein. Rötlein ist umgeben von Beißerweiher, Wegweiher, Moosweiher und Gießrechenweiher. Bei Neustädtlein entspringt der Rotbach und mündet in den Beißerweiher. Die Rotach, ein Zufluss der Wörnitz, entspringt im Lederhansenfeld, westlich der Autobahn, fließt durch Rötlein und in den Hammerweiher. Sandgrubenstraße, Ruhmühlstraße, Schwedenhaus und Schwedenwiese haben einen historischen Hintergrund. Ein Kaufladen wurde von der Familie Ganzer und bis Anfang der 70er Jahre von Frau Hofstetter betrieben. Karl Ganzer hat auch fleißig Körbe geflochten und Besen gemacht. Gegenüber wohnte im Haus Munzinger der Lehrer Heinz Städtler, der auch noch lange nach seinem Wegzug den Kirchenchor Bernhardsweiler leitete. In Rötlein gab es die mechanische Werkstätte Grill, die aus nah und fern besucht wurde, um Fahrräder neu einzuspeichen, Werkzeuge in Stand zu halten und einfache Geräte wieder in Stand zu setzen. Dort gab es auch die Näherin Babette Grill. Fritz Brunner war als Sprengmeister weit über den Altkreis Crailsheim hinaus unterwegs. Legendär ist sein Satz: „Verschdehscht, hascht g’häert, doa hobb ii gleich zwaa Badroanè nei“. Bis in die 60er Jahre wurde von den Familien Bäuerlein und Brunner Sandabbau betrieben.                                                                                                                                                                            

Text und Fotos von Martin Bleicher mit Eltern und Margit Feuchter, geb. Hammer

Spitzenmühle

Die älteren Mitbürger kennen die Spitzenmühle noch als Mahl- und Sägemühle. Bis heute ist die Einrichtung noch vorhanden. Walter Langkammerer sen. schrieb im Januar 1990:                              

Geschichtliches über die Spitzenmühle                                                                                                                                   
Die Mühle war früher Allodialbesitz* des Rittergutes Wildenstein und bestand bereits 1534. Die Mühle wurde an der seitlichen Spitze eines großen Weihers erbaut, daher kommt aller Wahrscheinlichkeit nach der Name „Spitzenmühle." Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde sie dann in der Talsohle aufgebaut und ein zweiter Bachzulauf vom Tannenweiher (Tannenbächle) angelegt. An dieser Stelle ist die Mühle auch schon einmal abgebrannt. Das heutige Wohn- und Mühlengebäude trägt die Jahreszahl 1794 an der Staumauer. Anfangs des 19. Jahrhunderts ist dann die Mühle in Privatbesitz übergegangen und der große Weiher, der im alten Güterbuch Bl. 42 mit 6 3/8 Morgen niedergeschrieben ist, zum Teil trocken gelegt. 1860 ist der Weiher nur noch mit einem Morgen angegeben, doch dieser war dann als Stauweiher für den Mahl- und Sägemühlenbetrieb zu klein und es wurde um 1900 noch der Obere Spitzenweiher mit Stauwehr angelegt. Dieser Obere Spitzenweiher wurde dann im Zuge des Autobahnbaus A7 1985 zum Teil zugeschüttet und dafür wurde der Untere Spitzenweiher in seine jetzige Größe erweitert.“

In einem Entwurf zur Liste der Kulturdenkmale heißt es u.a.: „… Gebäude mit Mahlmühle (Nachschüttmüllerei), Sägemühle (Hochgang) und (älterem) Turbinenantrieb. … Gebäude … hausteingemauert … der Sichtfachwerkgiebel in der ansbachisch geprägten , geradlinig-gitterartigen Konstruktionsweise. … ein relativ selten erhaltenes, anschauliches Beispiel früherer Mühlentechnik.“

*Eigentum, über das der Besitzer frei verfügen konnte

Text zusammengestellt von Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Unterlagen der Familie Langkammerer

Karlsplatz

Dass der Karlsplatz zu Matzenbach gehört, ist für die meisten Leute so sicher wie das Amen in der Kirche. Jedoch gehört er in Wirklichkeit zur Gemarkung Breitenbach und somit nicht zu Fichtenau.                                      
Am 28. Oktober 1846 sollte der Vermählungstag des Kronprinzen Carl mit Prinzessin Olga von Rußland mit dem Einsetzen von 4 Linden groß gefeiert werden. Bei der Planung dieser Feier hatte Waldschütz Bader von Matzenbach „den glücklichen Einfall, den rechten Platz hierzu aufzufinden“. Beim Motto zum Fest hieß es u.a.: „So darf auch der verrufene und überall verachtete Ort Matzenbach sprechen; denn er wurde von Gott auserkoren, und aus der Verachtung hervor gezogen in seinem Behege das Fest, für das Revier Dankholzweiler zu feiern, welches das ganze Land mit Jubel und Freude erfüllt …“. Durch die „Anlegung neuer Straßen“ sollte „den armen Bewohnern der Umgegend Arbeit, Brod und Verdienst“ verschafft werden.  Von den umliegenden Ortschaften wurden diese Straßen mit „allgemeinem Beifall“ angenommen.                                                                      
(Mitten im Wald war und ist der Karlsplatz die Kreuzung der Wege Östliche Karl-Straße, Breitenbacher Straße, Karl-Straße, Östlicher Breitenbacher Weg und Südlicher Bildweg.)                                                        
Nach genauem Plan wurden nicht nur die 4 Linden, sondern noch zahlreiche unterschiedliche Bäume zu Ehren hoher forstlicher Persönlichkeiten gepflanzt. Bei den Feierlichkeiten gab es zahlreiche Ehrengäste, es wurden Reden gehalten, es wurde gesungen und Musik gespielt. Das Mittagsmahl fand in Matzenbach im „Herdtfelderschen Wirthshaus“ in verschiedenen Räumlichkeiten statt.         „Die Schulkinder besetzten das vordere Zimmer 120 an der Zahl; welchem je ein-:  2 Mark und weisses Bier zu trinken unentgeldlich gereicht wurde, …“ 
Hoch-Rufen und Trinken „versetzte manche in eine höhere Stufe". So wurde aufgeschrieben: „Der Eine blieb gar liegen;  Der Andere verfehlte den Weeg;  Der Dritte verwechselte Kappen; Der Vierte den Schirm; Der Fünfte kannte sein Holz-Beil nicht mehr; Der Sechste bedurfte einer Stütze zum Nachhause-Gehen; Udgl. m.“                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Zumindest im Herzen gehört der Karlsplatz doch zu Matzenbach, oder? 

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach einem Ordner von Winfried Wagner                                                                      

Bauernhochzeit

Oftmals war es ein „Schmuser“, der eine heiratswillige Frau und einen heiratswilligen Mann zusammenbrachte. Da ein Viehhändler in verschiedene Ortschaften kam und Kontakt mit den bäuerlichen Familien hatte, stellte er immer wieder Kontakte her. Meist war es ein Sohn, der den Bauernhof übernahm und so kam eine Frau auf den Hof. Üblicherweise hatte eine junge Frau bis zum Zeitpunkt ihrer Heirat eine Grundausstattung an Gütern für den zukünftigen Haushalt angesammelt.  Diese Ausstattung bestand häufig aus hochwertigen Textilien, Essgeschirren und anderen im Haushalt benötigten Gegenständen, die meist in Form von Geschenken erworben und bis zur Heirat aufbewahrt wurden. So brachte kurz vor der Hochzeit ein Aussteuerwagen Möbel und allerlei andere Aussteuer (auch „Mitgift“ genannt) zum Haus ihres Bräutigams. Allerdings verbrachte die Braut erst in der Hochzeitsnacht zum ersten Mal die Nacht bei ihrem Auserwählten. Die Hochzeit wurde groß gefeiert und dazu wurde vorher mindestens ein Schwein und teilweise auch ein Rind geschlachtet. Bei Großbauern konnte es vorkommen, dass die Hochzeitsgäste zwischendurch zum Füttern heimgingen und danach wieder zurückkamen und weiterfeierten. So dauerte die Feier teilweise nicht nur einen Tag.

Text: Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer

Öffentliche Wannenbäder

Frau Frank – von allen „d`Frankè“ genannt - arbeitete in Matzenbach für die Gemeinde als Reinigungskraft und sie war auch für die Badewannen verantwortlich, in denen sich zahlreiche Leute am Samstag badeten, weil sie daheim noch kein Bad hatten. Von 13 bis 18 Uhr waren die vier Zellen im Untergeschoss des neuen Schulhauses (Gebäude Floriansweg 5) stets gut belegt. In jeder der Zellen befand sich eine Badewanne und daneben lag ein Holzrost. Für 50 Pfennig konnte man zwischen 30 und 45 Minuten baden. Danach putzte Frau Frank – meist unterstützt von ihrer Tochter Hildegard – die Wanne und der nächste Badegast konnte reinsteigen. Es handelte sich um eine ziemlich feste Gruppe und im Aufenthaltsraum ging es recht lustig zu. Oftmals kamen ganze Familien. Die Reihenfolge richtete sich danach, wie die Leute kamen. Ein Badezusatz konnte einer bereitstehenden Kiste entnommen werden. Von daheim brachten die Franks einen Föhn mit, damit die Badegäste sich vor den zwei Spiegeln die Haare trocknen konnten. Es gab auch einen Duschraum mit mehreren Brausen. Obwohl das Bad bestimmt schon vor 40 Jahren geschlossen wurde, erinnert sich Hildegard, verheiratete Vigenschow, noch lebhaft daran, dass Heinz Farin sein Bad so sehr genoss, so dass er unter zwei Stunden nie wieder rauskam und auch daran, dass ihre Mutter an Heiligabend erst um 21 Uhr heimkam. Schließlich wollten die Leute Weihnachten frisch gebadet feiern. Auch ist ihr gut in Erinnerung, dass junge Leute in der Zelle rauchten und die Kippen aus dem Fenster warfen.                                                                       
Im neuen Schulhaus in Bernhardsweiler kümmerte sich Erna Merklein mit ihren Töchtern mehr als 15 Jahre um die Badegäste. Diese kamen aus den umliegenden Ortschaften und mindestens eine Familie sogar aus Unterdeufstetten. Badezeit war von 16 bis 22, im Sommer manchmal gar bis 24 Uhr. Nach 15 bis 20 Minuten musste man die Wanne verlassen, weil die nächsten Badewilligen oft schon eine Stunde warteten. Unten waren 3 Badewannen und oben eine Dusche mit mehreren Brausen. Die Dusche wurde aber nur wenig genutzt. Fritz Throm wollte um 18 Uhr immer in das erste Bad. Nach jedem Badegast wurde die Wanne sauber geputzt und desinfiziert; der Holzrost wurde nach 3-4 Personen kräftig geschrubbt. Zwischendurch brachte Vater Merklein seinen jüngeren Töchtern Gudrun und Waltraud – die älteren Schwestern gingen am Samstagabend schon aus – Leberkäse, und er stellte in einem der Klassenzimmer einen kleinen Fernseher auf, um seine Kinder bei Laune zu halten. Manchmal war die Straßenbeleuchtung schon aus, als die Mädels mit der Eintrittskasse den Heimweg antraten.     

In Lautenbach war Lina Pfanz, geb. Daurer, für das öffentliche Bad verantwortlich.                                   
In Unterdeufstetten hatte die Baronin rechts vom Tor des Schlosses eine Bademöglichkeit für die Dorfbewohner eingerichtet.

Text von Helmut Reuter und Karlheinz Fohrer nach Gesprächen mit Hildegard Vigenschow, geb. Frank, und den Merklein-Töchtern

Maifeier in Matzenbach

In den 30er Jahren wurde der 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag und an dem Tag gab es in Matzenbach z.B. 1938 eine große Feier mit Umzug.

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